Sieben Festnahmen nach tagelangem Martyrium

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Molina De Segura

Sieben Festnahmen nach tagelangem Martyrium

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Befreiung in letzter Minute

Was als besorgniserregender Hinweis eines Zeugen begann, endete in einem Großeinsatz der Nationalpolizei in Molina de Segura. Ein Mann soll dort über mehrere Tage in einer Wohnung gefangen gehalten und dabei schwer misshandelt worden sein. Die Beamten konnten das Opfer schließlich befreien – und nahmen sieben Tatverdächtige fest.

Flucht über die Dächer

Der entscheidende Tipp ging am 28. September bei der Polizei ein. Ein Zeuge berichtete, dass ein Mann gegen seinen Willen in einer Wohnung festgehalten werde. Daraufhin wurde ein Einsatzteam zusammengestellt. Als die Beamten die Wohnung stürmten, versuchten zwei der Hauptverdächtigen noch, über die Terrassen und Dächer benachbarter Gebäude zu fliehen – einer von ihnen konnte jedoch gestellt werden. In der Wohnung selbst trafen die Einsatzkräfte auf zwei weitere Personen. In einem der Zimmer fanden sie schließlich die schwer gezeichnete Geisel: Der Mann wies zahlreiche Verletzungen sowie Verbrennungen auf, die laut Polizei mit Messern und Stichwerkzeugen zugefügt worden waren.

Schulden als Motiv

Die Ermittlungen zeichnen ein düsteres Bild der Vorgeschichte. So soll das Opfer einige Tage vor der Tat in einer Spielhalle in Alguazas unter einem Vorwand geködert und anschließend mit Gewalt nach Molina de Segura verschleppt worden sein. Dort folterten ihn seine Peiniger über einen längeren Zeitraum: Er wurde geschlagen, gestochen und verbrannt – und musste offenbar permanente Demütigungen über sich ergehen lassen. Als Hintergrund der Gewaltexzesse vermuten die Ermittler eine Schuld aus dem Drogengeschäft, die sich bis auf mehrere tausend Euro summiert haben soll.

Drogenfund bei Durchsuchungen

Die Polizei führte im Zuge der Aktion auch zwei Hausdurchsuchungen durch. Dabei stellten die Beamten Kokain, Feinwaagen und diverses Material sicher, das mutmaßlich für die Aufbereitung und den Vertrieb von Betäubungsmitteln genutzt wurde.

Gegen die sieben Festgenommenen laufen nun Ermittlungen wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Verstoßes gegen die seelische Unversehrtheit und Drogenhandels. Der mutmaßliche Haupttäter wurde in Untersuchungshaft genommen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, um die genaue Beteiligung jedes Einzelnen zu klären und die Struktur rund um die Immobilien und den Drogenvertrieb zu durchleuchten. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, bleibt die Datenlage zu den Hintergründen der Tat vorerst unvollständig.


Quelle: europapress.es

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