Sevillas Kampfhunde: 14.000 Gefahrenmelder

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Sevillas Kampfhunde: 14.000 Gefahrenmelder

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Wenn der Familienhund zum Risikofaktor wird

Wer einen Hund hält, übernimmt Verantwortung. Das ist in Andalusien keine Floskel, sondern gelebte Bürokratie. Die Provinz Sevilla führt nun ein Ranking an, das zum Nachdenken anregt: Fast 14.000 registrierte Hunde gelten offiziell als „potenziell gefährlich". Das sind keine Randerscheinungen, sondern 13.897 Tiere, die in den Schubladen der Behörden als Risiko klassifiziert sind.

Während die einen darin einen längst überfälligen Beleg für wachsende Sicherheitsprobleme sehen, argumentieren andere: Es sind die Halter, die hier bewertet werden müssten, nicht die Rasse. Doch die Faktenlage des andalusischen Zentralregisters für Haustiere (RAIA) ist eindeutig – und sie zeigt einen beunruhigenden Trend.

Ein Bundesland, zwei Gesichter

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Mit 535.827 registrierten Tieren belegt Sevilla landesweit den zweiten Platz, nur knapp hinter Málaga (575.634). Während Málaga jedoch mit 17.186 gefährlichen Hunden trauriger Spitzenreiter ist, folgt Sevilla dicht dahinter.

Was die Gesamtzahl der Hunde betrifft, hat Sevilla Málaga sogar überholt: 447.211 Vierbeiner sind in der Provinz registriert – ein Plus von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei Katzen bleibt Málaga mit 124.920 Tieren klar vorn, Sevilla folgt mit 84.098.

Die Logik der pauschalen Gefahr

Die Einordnung als „potenziell gefährlich" folgt festen Kriterien: Pitt Bull Terrier, Rottweiler, Dogo Argentino oder Doberman – sie alle stehen unter Generalverdacht. Die Behörden argumentieren mit Prävention, die Halter mit Diskriminierung. Fakt ist: Diese Tiere unterliegen strengeren Auflagen, was Leinenpflicht, Maulkorb und Sachkundenachweise betrifft.

Mehr Haustiere, mehr Pflichten

Die Registrierungspflicht ist keine lästige Formalie, sondern ein Schutzmechanismus. Das RAIA ermöglicht nicht nur die Rückverfolgung bei Verlust, sondern auch gezielte Impfkampagnen gegen Tollwut und andere übertragbare Krankheiten. Wer sein Tier nicht anmeldet, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern gefährdet im Ernstfall die Gesundheit anderer – Mensch wie Tier.

Doch die steigenden Zahlen offenbaren auch ein gesellschaftliches Problem: Immer mehr Tiere werden angeschafft, oft ohne langfristige Planung. Während die Behörden die Zahlen als Erfolg ihrer Registrierungskampagnen werten, mahnen Tierschützer: Jedes dieser Tiere braucht ein Zuhause mit Verantwortung, kein Statussymbol oder spontanes Geschenk.

Wie das RAIA weiter berichtet, sind von den insgesamt 2,63 Millionen registrierten Haustieren in Andalusien allein in Sevilla mehr als 3.500 Frettchen und 933 andere Heimtiere erfasst. Huelva bildet mit 173.189 Tieren das Schlusslicht – auch das ist eine Information, die zum Nachdenken anregt.


Quelle: europapress.es

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