Sevilla stellt erneut die ärmsten Viertel Spaniens

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Sevilla stellt erneut die ärmsten Viertel Spaniens

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein neuer Negativrekord für die andalusische Hauptstadt

Die jährliche Erhebung der Urban Indicators des Nationalen Statistikinstituts (INE) hat in ihrer Ausgabe für 2026 eine Verschiebung an der Spitze der Armutsstatistik offenbart. Der Stadtteil Los Pajaritos-Amate hat den bisher als ärmsten geltenden Polígono Sur abgelöst. Die Daten, die im Rahmen des EU-Projekts Urban Audit zur Lebensqualität in europäischen Städten erhoben wurden, basieren auf den Einkommensverhältnissen des Jahres 2025.

Konkret weist die Studie für Los Pajaritos-Amate eine durchschnittliche Nettojahreseinkommen von 7.688 Euro pro Einwohner aus. Damit liegt der Stadtteil knapp unter dem Wert des Polígono Sur, der auf 7.941 Euro pro Person kommt. Auf dem dritten Platz folgt mit 8.065 Euro das Viertel Juan XXIII in Alicante.

Sechs Viertel unter den 15 einkommensschwächsten

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Statistik berichtet, ist die Konzentration von Armutsvierteln in Sevilla weiterhin auffällig. Insgesamt sechs Stadtteile der andalusischen Hauptstadt finden sich unter den 15 Vierteln mit dem geringsten Durchschnittseinkommen in ganz Spanien – bei einer Erhebung, die sich auf alle Städte mit mehr als 250.000 Einwohnern erstreckt.

Die Liste der betroffenen Sevillaner Viertel umfasst neben den beiden Spitzenreitern auch Torreblanca, das mit 9.418 Euro auf dem sechsten Rang liegt. Direkt dahinter folgt mit 9.589 Euro das Umfeld der Tres Mil Viviendas und La Oliva. Auf Platz zehn rangiert mit 10.183 Euro das Gebiet Cerezo-Barzola, während Palmete-Rochelambert mit 10.490 Euro den 14. Platz belegt.

Madrid dominiert die Spitzengruppe

Ein gänzlich anderes Bild ergibt sich an der Spitze der Einkommensskala. Hier führt das Madrider Viertel El Viso mit einem durchschnittlichen Nettojahreseinkommen von 49.654 Euro pro Einwohner. Recoletos, ebenfalls in der Hauptstadt gelegen, folgt mit 46.207 Euro auf dem zweiten Platz. Insgesamt konzentrieren sich vier der fünf wohlhabendsten Viertel Spaniens in Madrid. Eine Ausnahme bildet das katalanische Pedralbes in Barcelona, das mit 43.614 Euro den vierten Rang belegt.

Deutliche Unterschiede innerhalb der Stadtgrenzen

Auch der Distriktvergleich innerhalb Sevillas verdeutlicht das Ausmaß der sozialen Kluft. So steht der Distrikt Bellavista-La Palmera-Cerro mit einem Durchschnittseinkommen von 22.764 Euro dem Distrikt Casco Antiguo gegenüber, in dem 52.941 Euro pro Einwohner verzeichnet werden. Die Urban Indicators des INE, die jährlich aktualisiert werden, dienen als Grundlage für kommunale Planungen und die Bewertung sozialpolitischer Maßnahmen im europäischen Vergleich.


Quelle: europapress.es

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