Sevilla rüstet Hafen für Industriewachstum

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Sevilla rüstet Hafen für Industriewachstum

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Stromnetz als Standortfaktor

Die Häfen von Sevilla bereiten sich auf eine Welle neuer Industrie- und Logistikansiedlungen vor. Im Mittelpunkt steht dabei weniger der Gleisanschluss oder die Kaimauer, sondern ein unscheinbarer, aber entscheidender Faktor: die Stromversorgung. Wie die Betreiber mitteilen, wird das bestehende Netz für die geplanten Projekte am rechten Ufer der Hafenanlage nicht ausreichen.

Die Lösung ist eine koordinierte Aktion: Die Hafenbehörde und die Freihandelszone investieren gemeinsam mehr als drei Millionen Euro in die Infrastruktur. Der Energiekonzern Endesa übernimmt in diesem Rahmen die Planung, den Bau und die Inbetriebnahme der benötigten Anlagen. Ziel ist es, eine zusätzliche Kapazität von 20 Megawatt für künftige Nutzer bereitzustellen. Diese Reserve soll unter anderem Projekte der Freihandelszone versorgen, die mit der Luftfahrtindustrie in Verbindung stehen.

Podium der Verantwortlichen

Bei der Vorstellung des Vorhabens betonten die Beteiligten den strategischen Charakter. Rafael Carmona Ruiz, Präsident der Hafenbehörde, sowie Rafael Sánchez Durán, Endesa-Direktor für Andalusien, Extremadura, Ceuta und Melilla, verwiesen auf die Notwendigkeit, die Verteilnetze zu verstärken. Auch Carmen Tovar, die Staatsdelegierte für die Freihandelszone, nahm an dem Termin teil. Einhellige Einschätzung der Verantwortlichen: Ohne ausreichende Energieinfrastruktur sei weder die Ansiedlung neuer Betriebe noch die energetische Transformation großer Logistikstandorte möglich. Die Elektrizität wird damit zum Wettbewerbs- und Wirtschaftsfaktor.

Anschluss an bestehende Planungen

Die nun vorgestellten Pläne stehen nicht isoliert, sondern knüpfen an ein Abkommen aus dem Vorjahr an. Damals vereinbarten die Parteien bereits den Ausbau der Umspannstation Palmas Altas. In dieses Projekt fließen mehr als fünf Millionen Euro, der Bau wird ebenfalls von Endesa umgesetzt. Diese Anlage ist für die Entwicklungen am linken Ufer der Hafenanlage gedacht, etwa das geplante urbane Hafenviertel und Neuansiedlungen im Bereich Dársena del Cuarto.

Technische Details der Ertüchtigung

Die konkreten Maßnahmen für das rechte Ufer konzentrieren sich auf zwei zentrale Knotenpunkte: die Umspannwerke Tablada und Torrecuéllar. Geplant ist der Einbau eines neuen Transformators mit einer Leistung von 25 Megavoltampere in Torrecuéllar, der die Spannung von 66 auf 20 Kilovolt umwandelt. Zudem werden die Mittelspannungsanlagen erweitert und die Kontrollsysteme an beiden Standorten modernisiert. Um die künftigen Gewerbegebiete zu erschließen, sind fünf neue Abgänge vorgesehen – zwei in Tablada und drei in Torrecuéllar.

Diese Ausbauten sind Teil einer größeren Strategie. Sie fügen sich langfristig in die Planung für die neue Umspannstation Puerto de Sevilla ein, die mit 220 Kilovolt arbeiten soll. Diese Anlage gilt als unverzichtbar, um die Stromversorgung der gesamten Region zu sichern und das Wachstum der Hafenwirtschaft zu begleiten. Erst wenn diese Hochspannungsstation samt Anbindung in Betrieb ist, können die neuen Verbraucher im Hafenareal tatsächlich ans Netz gehen. Die aktuellen Arbeiten bereiten den Weg für diesen Schritt.


Quelle: europapress.es

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