Sevilla hofft auf Millionendeal mit Ryanair

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

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Sevilla hofft auf Millionendeal mit Ryanair

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Projekt mit Signalwirkung

Wird Sevilla zum neuen Drehkreuz für Flugzeugmotoren? Die Vorbereitungen für das milliardenschwere Reparaturzentrum von Ryanair im Hafen von Sevilla laufen auf Hochtouren – doch der wichtigste Schritt steht noch aus. Andalusiens Wirtschaftsminister Jorge Paradela zeigt sich optimistisch, aber auch realistisch: Ohne den endgültigen Segen des Ryanair-Vorstands bleibt das Vorhaben ein Kartenhaus.

Der Stand der Dinge

Die jüngsten Entwicklungen klingen vielversprechend. Wie Paradela bei der Vorstellung neuer Risikokapitalfonds betonte, hat die irische Billigfluggesellschaft inzwischen die Umweltgenehmigung erhalten, die Hafenfläche beantragt und die notwendigen Sicherheitsleistungen hinterlegt. Ein klares Bekenntnis zum Standort? Nicht ganz. Die entscheidende Investitionssumme von rund 500 Millionen Euro muss noch vom Konzernvorstand in Dublin abgesegnet werden.

Bemerkenswert ist der Zeitplan: Schon im Juli hatte Ryanair-DAC-Chef Eddie Wilson angekündigt, dass die Entscheidung noch vor Jahresende fallen soll. Damals machte er deutlich, dass Sevilla nicht allein auf dem Zettel steht – ein Standort in Polen buhlt ebenfalls um den Zuschlag. Der Bau könnte nach aktuellem Stand im Januar oder Februar 2027 beginnen.

Ein Paradigmenwechsel für die Airline

Für Ryanair geht es bei diesem Projekt um mehr als nur ein weiteres Wartungszentrum. Paradela spricht von einem fundamentalen Wandel des Geschäftsmodells: Die Airline, die ihre Motoreninstandsetzung bislang extern vergab, will diese Kompetenz nun ins eigene Haus holen. Ein strategischer Schachzug, der offenbar gründlich durchdacht sein will.

Die andalusische Regierung tut ihr Übriges: Alle vierzehn Tage gibt es Videokonferenzen mit den Ryanair-Verantwortlichen, um offene Fragen zu klären. „Wir lernen alle gerade enorm viel dazu", räumt der Minister freimütig ein. Die Umweltprüfung wurde demnach zwei Monate früher als geplant abgeschlossen – ein Zeichen guter Zusammenarbeit zwischen Behörden und Unternehmen.

Subventionen als Lockmittel

Kritische Stimmen könnten fragen, warum ein milliardenschwerer Konzern wie Ryanair überhaupt öffentliche Fördergelder benötigt. Die Antwort der Junta: Im europäischen Wettbewerb um Industrieansiedlungen zählt jedes Argument. Man setzt auf regionale Wirtschaftsförderung und ergänzende Landesmittel. Der Antrag auf Bundeshilfen liegt seit März in Madrid – eine Entscheidung steht noch aus.

Bemerkenswert ist auch die Dimension des Projekts, sollten die Pläne wie vorgesehen umgesetzt werden. Die Dokumente für die Umweltgenehmigung, die eine Ryanair-Tochter im August erhielt, sprechen von 290 Millionen Euro Investitionsvolumen und 200 Motorüberholungen pro Jahr. Vorgesehen sind neben der Wartungshalle auch ein Prüfstand und Lagerflächen. Bis zu 950 Jobs sollen während des Betriebs entstehen, davon 600 direkte Arbeitsplätze. Während der Bauphase kämen zeitweise 400 Beschäftigte hinzu.

Der Kampf um den Standort

Die eigentliche Frage bleibt: Reicht das Engagement der Politik, um Ryanair von Sevilla zu überzeugen? Paradela gibt sich kämpferisch: Sollte die Airline gar mehrere solcher Zentren planen, sei das erste definitiv in Andalusien angesiedelt. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Ankündigungen aus Dublin halten, was sie versprechen.

Wie Europapress berichtet, hält sich Ryanair mit konkreten Zusagen bislang zurück – zu groß sind offenbar die internen Hürden für ein Projekt dieser Tragweite. Sevilla hat seine Hausaufgaben gemacht. Jetzt liegt der Ball bei der Airline. Europapress zufolge könnte der Beschluss noch in diesem Jahr fallen.


Quelle: europapress.es

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