Schüsse in Arztpraxis: Plastischer Chirurg getötet

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Marbella

Schüsse in Arztpraxis: Plastischer Chirurg getötet

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Verbrechen hat die Küstenstadt Marbella erschüttert: Ein 57 Jahre alter plastischer Chirurg mit deutscher Staatsangehörigkeit wurde am Mittwochnachmittag in seiner eigenen Praxis erschossen. Der Vorfall ereignete sich gegen 18 Uhr in einem Gebäude an der Carretera de Cádiz, direkt an der Autobahn A-7 gelegen.

Nach Informationen der Zeitung Sur betrat ein maskierter Mann in schwarzer Kleidung die Klinik, während sich dort Patienten aufhielten. Der Angreifer habe direkt das Behandlungszimmer angesteuert und ohne Vorwarnung das Feuer auf den Mediziner eröffnet. Die tödlichen Schüsse trafen den Arzt am Kopf.

Trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen durch herbeigerufene Notfallsanitäter konnte nur noch der Tod des 57-Jährigen festgestellt werden. Gegen 21 Uhr wurde die Leiche zur Obduktion in das Institut für Rechtsmedizin nach Málaga überführt. Die zuständigen Behörden haben die Ermittlungen aufgenommen, ein Tatverdächtiger befindet sich bislang nicht in Gewahrsam.

Der mutmaßliche Schütze flüchtete nach der Tat auf einem dunklen Motorroller des Typs Yamaha Maxi Scooter. Ein Begleiter soll ihn in einem schwarzen Audi erwartet haben. Anwohner berichteten von einem Fahrzeug, das direkt gegenüber der Klinik geparkt hatte; der Fluchtweg führte demnach in Richtung der Urbanisation Bello Horizonte.

Freund schildert Opfer als unbescholten

Im Umfeld des Getöteten herrscht Fassungslosigkeit. Ein Freund beschrieb den Chirurgen gegenüber Sur als „wunderbaren Menschen, äußerst erfolgreich und in keinerlei zwielichtige Geschäfte verwickelt“. Die Familie vermutet einen Zusammenhang mit beruflichen Angelegenheiten, andere Theorie schließen die Ermittler aber noch nicht aus.

Drei Schießereien binnen kurzer Zeit

Der gewaltsame Tod ereignet sich in einer angespannten Sicherheitslage in der Provinz Málaga – innerhalb weniger Wochen gab es drei Schießereien in der Region. Erst am selben Tag wurde im Stadtteil Palma-Palmilla in Málaga geschossen. Zuvor war ein unbeteiligter 20-Jähriger bei einem Angriff im Gebiet Barcenillas getötet worden, ein weiterer Mann mit mutmaßlichen Verbindungen zur türkischen Mafia wurde bei einem Restaurantbesuch im Hafenviertel Muelle Uno schwer verletzt. Wie Sur berichtet, hat die Polizei als Reaktion den „Plan Costa del Sol“ zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität aktiviert.

Das seit zwei Jahren bestehende Sonderprogramm sieht verstärkte Polizeipräsenz, mehr Personenkontrollen sowie routinemäßige Fahrzeugchecks vor. Die Beamten wechseln dabei systematisch ihre Einsatzorte und -zeiten, um Überraschungseffekte zu erzielen. Der Fokus liegt auf belebten Zonen, Einkaufsstraßen und Nachtleben, aber auch Wohngebiete und Außenbezirke stehen im Visier – dort sind Filterkontrollen vorgesehen.


Quelle: diariosur.es

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