
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Schüsse auf Minderjährige: Drei Festnahmen
Es ist eine Szene, die man aus Actionfilmen kennt, nicht aus einem andalusischen Wohngebiet. Doch in der Nacht des 12. Oktober wurde in Pulianas bei Granada die Realität eingeholt: Eine 17-Jährige wurde durch eine Kugel am Schultter schwer verletzt. Die Guardia Civil hat nun drei Tatverdächtige festgenommen – und die Ermittlungen zeichnen das Bild einer beispiellosen Gewalteskalation.
Der mutmaßliche Schütze, ein 28-jähriger Mann, muss sich wegen versuchten Mordes verantworten. Die Liste seiner mutmaßlichen Vergehen liest sich wie ein Strafgesetzbuch: versuchter Totschlag, Körperverletzung, illegaler Waffenbesitz, Bedrohung und Sachbeschädigung. Ein Mann, der offenbar keine Grenzen kannte, an jenem Abend.
Ein Angriff mit Ansage?
Die Chronologie der Ereignisse, die die Behörden rekonstruiert haben, ist verstörend. Kurz vor 23:20 Uhr drangen drei Personen in das Haus der Familie ein, in dem sich die später Verletzte aufhielt. Während zwei der Eindringlinge den Partner des Mädchens attackierten, richtete der Hauptverdächtige eine Pistole auf das Teenager und ihre Mutter. Nicht genug: Er soll versucht haben, das Feuer auf die Eltern zu eröffnen – doch die Waffe, eine Glock im Kaliber 9mm Parabellum, hatte sich offenbar verkantet. Ein Zufall mit fatalen Folgen für alle Beteiligten.
Als die Guardia Civil eintraf, bot sich den Beamten ein Bild der Gefahr: Der Mann stand noch immer da, die Pistole in beiden Händen, bereit zum Schuss. Dass die Einsatzkräfte ihre eigenen Waffen zogen und ihn erst nach wiederholten Aufforderungen überwältigen konnten, zeigt die Brisanz der Lage. Drei Schüsse hatte der Angreifer abgegeben, einer traf die Jugendliche am Schultergelenk – mit Ein- und Ausschuss.
Familiäre Solidarität statt Reue
Was diesen Fall besonders brisant macht: Die beiden Komplizen, die in der Nacht flüchteten, sind der Vater und der Bruder des Hauptverdächtigen, 46 und 26 Jahre alt. Sie sollen das Anwesen unter Morddrohungen gegen das Opfer und deren Familie verlassen haben. Es war offenbar ein Familienprojekt, die Eskalation bis zum Äußersten zu treiben. Der Vater und der Bruder wurden am 19. Oktober festgenommen, kamen aber nach ihrer Aussage wieder auf freien Fuß.
Was bleibt, ist ein bitterer Beigeschmack, der weit über den Einzelfall hinausweist: Minderjährige als Zielscheiben von Rachefeldzügen, Waffengewalt im familiären Umfeld, und ein Justizsystem, das bei den mutmaßlichen Helfern offenbar auf Bewährung setzt. Während die 17-Jährige sich im Krankenhaus von ihren Verletzungen erholt, die als schwer eingestuft wurden, sitzt der Schütze in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen – doch die Frage, warum es so weit kommen konnte, bleibt vorerst unbeantwortet.
Die Guardia Civil hat bei der Untersuchung nicht nur die Glock sichergestellt, sondern auch ein Messer, Patronenhülsen und Projektile gefunden. Die Beweiskette scheint lückenlos. Die Justiz wird nun klären müssen, wie tief die Verbindungen zwischen den drei Männern und der Familie des Opfers tatsächlich waren. Ein Fall, der zeigt: Waffengewalt ist kein Phänomen ferner Länder – sie findet auch vor den Toren Granadas statt.
Quelle: Informationen basierend auf der Berichterstattung von Europa Press sowie Angaben der Guardia Civil und des 112-Notrufs.
Quelle: europapress.es