Sanchez verspricht Rentnern volle Kasse

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Spanien

Sanchez verspricht Rentnern volle Kasse

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Ein System am Abgrund? Nicht mit uns, sagt Sánchez

Der Wahlkampf um die spanische Präsidentschaft ist eröffnet, und die Schlacht um die Stimmen der Rentner ist in vollem Gange. Ministerpräsident Pedro Sánchez wählt in dieser Auseinandersetzung eine klare Angriffslinie: Wer behauptet, das Rentensystem sei nicht zukunftsfähig, der lügt oder plant den großen sozialen Kahlschlag. In Brüssel, am Rande des EU-Gipfels, sandte Sánchez eine unmissverständliche Botschaft an die älteren Wählerinnen und Wähler des Landes: "Absolute Ruhe", das System sei "nachhaltig", die Erhöhung komme noch vor dem Jahreswechsel.

Der Wahltermin als Drohkulisse

Doch genau hier liegt der Haken, den die Opposition erkennt. Sánchez ließ offen, ob die Rentenanpassung noch vor der entscheidenden Wahl am 29. November über die Bühne geht. Ein geschickter Schachzug, denn so bleibt die Verheißung von mehr Geld im Raum stehen, während die Opposition unter Druck gerät, sich festzulegen. Die konservative Volkspartei (PP) und die rechtspopulistische Vox-Partei poltern, dass das System vor dem Kollaps stehe. Sánchez kontert mit beißender Ironie: Der Plan der politischen Rechten sei es, die Rentner bis zur Wahl zu belügen und ihnen anschließend, falls man an die Macht komme, die Bezüge zu kürzen.

Die Hucha als Beweis der Solidität

Um seine Argumentation zu untermauern, zog Sánchez einen Vergleich aus der Vergangenheit heran, der wie ein Keil in die Phalanx der Konservativen fahren soll. Unter der Regierung von Mariano Rajoy (PP) lag der Reservefonds der Renten, die sogenannte "Hucha", bei magere 5.000 Millionen Euro. Heute, so der amtierende Premier, seien es mehr als 20.000 Millionen Euro. Diese Zahlen sollen beweisen, dass die Politik der aktuellen Regierung Früchte trägt – durch höhere Mindestlöhne und eine tiefgreifende Arbeitsmarktreform seien die Einnahmen der Sozialkassen massiv gestiegen. Es gehe letztlich um würdigere Verträge und höhere Löhne, nicht um Einsparungen auf dem Rücken derer, die ein Leben lang gearbeitet haben.

Saiz' historischer Rundumschlag

Unterstützung erhält Sánchez von seiner Sozialministerin Elma Saiz, die das System als "robust, nachhaltig und gerecht" bezeichnet. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter und erinnert an die Reform aus dem Jahr 2013, die unter Rajoy beschlossen wurde. Diese sah lediglich eine lächerliche Mindestanpassung von 0,25 Prozent pro Jahr vor – für Saiz eine faktische Einfrierung der Renten. Die Ministerin wird deutlich: "Was damals zum Platzen gebracht hätte, war die Reform der PP." Die Schuldzuweisungen gehen in beide Richtungen, doch Saiz hat einen entscheidenden Trumpf in der Hand: Die PP stimmte sowohl gegen die Rentenreform von 2021, die die Anpassung an die Inflationsrate wieder einführte, als auch gegen die Folge-Reform von 2023. Ein klares Zeichen, so Saiz, wessen Interessen man dort vertrete.

Der Kampf um die Deutungshoheit

Die Regierung malt also das Bild einer stabilen Zukunft, die nur durch einen Wahlsieg der Rechten gefährdet werden könnte. Die Opposition zeichnet das Bild eines Staates, der sich übernimmt und die Jungen im Stich lässt. Beide Seiten bedienen sich der Rhetorik der Angst – die einen vor der Kürzung, die anderen vor dem Bankrott. Wie Europa Press berichtet, ist die Frage der Renten damit endgültig zum zentralen Wahlkampfthema geworden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Bürger die Botschaft von Sánchez' "Tranquilidad" kaufen oder den düsteren Prognosen der PP und Vox Glauben schenken. Die Hängepartie um den exakten Zeitpunkt der Erhöhung bleibt dabei ein politisches Pulverfass.


Quelle: europapress.es

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