Rezeptabholung im Ausland: Murcia vernetzt sich mit zwölf EU-Staaten

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Region Murcia

Rezeptabholung im Ausland: Murcia vernetzt sich mit zwölf EU-Staaten

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Grenzüberschreitende Rezepte: Region Murcia erweitert europäisches Netzwerk

Die elektronische Patientenakte der Region Murcia ist nun mit zwölf weiteren europäischen Staaten kompatibel. Versicherte des Servicio Murciano de Salud (SMS) können ihre ärztlich verordneten Medikamente damit nicht nur in Spanien, sondern auch in elf weiteren EU-Ländern direkt in der Apotheke abholen – ohne ein Papierrezept vorzulegen.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, funktioniert das System in beide Richtungen: Auch Bürger aus den teilnehmenden Ländern können ihre Rezepte in den Apotheken der Region Murcia einlösen. Dies sei ein Beleg für den Reifegrad der eigenen Informationssysteme, wird Irene Marín, Geschäftsführerin des Gesundheitsdienstes SMS, zitiert. Sie spricht von einem bedeutenden Fortschritt für die Interoperabilität der europäischen Gesundheitssysteme.

Schrittweise Integration seit 2013

Die Grundlagen für diese Entwicklung wurden bereits vor über einem Jahrzehnt gelegt. 2013 schloss sich die Region Murcia dem nationalen System der interoperablen Rezepte an. Schon damals war das Ziel, dass SMS-Versicherte ihre Medikamente in jeder Apotheke des Landes erhalten können. Der Verzicht auf das Papierrezept gilt seither auch für Patienten aus anderen spanischen Regionen, die in Murcia ihre Arzneimittel abholen möchten.

Auf europäischer Ebene ist die Liste der Partnerländer in den vergangenen zwölf Monaten deutlich gewachsen. Neben den Gründungsmitgliedern Kroatien, Estland, Finnland, Griechenland, Lettland, Litauen, Polen, Portugal und Spanien haben sich nun auch Österreich, Zypern und Tschechien dem Netzwerk angeschlossen. Damit umfasst das System aktuell zwölf Staaten.

Voraussetzungen und Ausnahmen

Für die Einlösung eines Rezepts im Ausland genügt die europäische Krankenversicherungskarte, die in der Region Murcia als Tarjeta Sanitaria ausgegeben wird. Zusätzlich ist ein amtlicher Lichtbildausweis wie Personalausweis oder Reisepass erforderlich. Apotheken in den Partnerländern können die Verschreibung damit elektronisch abrufen und validieren.

Die grenzüberschreitende Nutzung hat jedoch klare Grenzen. Bestimmte Medikamentengruppen sind von der europäischen Interoperabilität ausdrücklich ausgenommen. Dazu zählen Betäubungsmittel, Psychopharmaka, individuell hergestellte Rezepturen, Arzneimittel mit mehr als vier Wirkstoffen sowie hyposensibilisierende Extrakte. Für diese Präparate gilt weiterhin das nationale Regelwerk der jeweiligen Länder.

Die technische Anbindung erfolgt über die zentrale Plattform des Servicio Murciano de Salud, die mit den nationalen und europäischen Systemen verknüpft ist. Die Einführung verlief nach Angaben des SMS ohne nennenswerte Störungen im laufenden Betrieb der Apotheken.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Region Murcia