Rettungsversuch für eine Welpin aus dem Mittelmeer

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Ibiza

Rettungsversuch für eine Welpin aus dem Mittelmeer

von Jonas Beck

Ein juristisches Vakuum bedroht ein Tierleben

Am 19. Juni 2024 wurde die dreimonatige Hündin Ikram zusammen mit mehreren Menschen aus einem Schlauchboot im Mittelmeer gerettet, wie die Tierschutzpartei PACMA mitteilte. Die Rettungsaktion wurde von der Seenotrettung Salvamento Marítimo durchgeführt. Der aktuelle Status des Welpen offenbart nun ein administratives Problem: Da das Tier nicht gegen Tollwut geimpft ist, befindet sich sein Aufenthalt auf spanischem Boden in einer rechtlichen Grauzone. Diese Konstellation könnte laut geltender Vorschriften zu einer Tötungsanordnung führen.

Die Forderung: Kontrollierte Quarantäne statt Euthanasie

In einer offiziellen Stellungnahme wandte sich PACMA diese Woche an Valentín Almansa, den Generaldirektor für Gesundheit der Agrar- und Lebensmittelproduktion und Tierwohl. Darin fordert die Partei, den Hund nicht zu opfern. Stattdessen solle die bereits vom Rathaus von Ibiza vorgeschlagene Lösung umgesetzt werden: eine kontrollierte Quarantäne im Tierheim von Sa Coma mit tierärztlicher Überwachung und diagnostischen Tests. Diese Maßnahme wird von PACMA als "sichere und ethische" Alternative zum Einschläfern bezeichnet. Hintergrund ist, dass Ikram am Dienstag das Alter von drei Monaten erreicht, ab dem eine Tollwutimpfung möglich ist.

Gesellschaftliche Verantwortung im Fokus

Die Kampagne stellt die grundsätzliche Handhabung solcher Fälle infrage. "Das Opfern eines offensichtlich gesunden Tieres kann nicht die Antwort sein, die wir als Gesellschaft im 21. Jahrhundert geben", heißt es in dem Kommuniqué der Tierrechtspartei. Die Aktion zielt darauf ab, eine Präzedenzentscheidung zu verhindern und auf alternative Verfahren in Grenzfällen aufmerksam zu machen. Der Ausgang des Falls wird zeigen, wie spanische Behörden den Konflikt zwischen strikter Seuchenschutzverordnung und tierschutzpolitischen Forderungen handhaben.

Quelle: PACMA-Kommunikation, Informationen der Hafenbehörden.


Quelle: europapress.es