
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Rentner-Duo betrieb Cannabis-Plantage
Wenn die Stromrechnung zur Cannabis-Zucht führt
Wer hohe Stromrechnungen vermeiden will, aber gleichzeitig ein lukratives Geschäft mit illegalen Drogen betreibt, der hinterlässt Spuren. Diesen Denkfehler haben nun zwei Männer im Norden von Granada gemacht – und dafür mit ihrer Freiheit bezahlt.
Die örtliche Polizei hat am Freitagmorgen zwei sechzigjährige Männer festgenommen. Der Vorwurf: Sie sollen in einer Wohnung im Distrikt Norte eine professionelle Indoor-Plantage mit 110 Cannabispflanzen betrieben haben. Die Beamten konnten die Drogenfarm nicht etwa durch einen Tipp aus der Nachbarschaft aufspüren, sondern durch eine schlichte Stromrechnung.
Die Masche mit dem Stromklau
Die Festnahme ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen der Polizei und dem Energieunternehmen Endesa. Dessen Techniker hatten einen ungewöhnlichen Stromverbrauch registriert, der auf eine Manipulation hindeutete. Solche Stromdiebstähle sind kein Kavaliersdelikt, sondern die typische Begleiterscheinung des Cannabis-Anbaus in geschlossenen Räumen.
Beleuchtung, Belüftung und Bewässerungspumpen verschlingen enorme Mengen Energie. Wer legal zahlen würde, dessen Konsumverhalten stünde sofort unter Beobachtung. Die Lösung der Täter: manipulierte Stromzähler. Ein Spiel mit dem Feuer, denn die Sicherheitsbehörden haben dieses Muster längst erkannt und arbeiten gezielt mit den Versorgern zusammen.
Die Logik der Strafverfolgung
Kritiker mögen einwenden, dass es sich bei der Plantage lediglich um ein kleines Delikt im Vergleich zu anderen Verbrechen handele. Doch diese Argumentation greift zu kurz. Die Polizei zerschlägt mit solchen Aktionen nicht nur die Produktionsstätte, sondern auch die finanzielle Grundlage organisierter Strukturen.
Die beiden Festgenommenen sind keine jugendlichen Hasardeure, sondern gestandene Männer im Rentenalter. Sie hätten es besser wissen müssen. Dass ausgerechnet die Stromrechnung zum Verhängnis wird, ist eine Ironie, die man sich merken sollte: Jede illegale Handlung hinterlässt Spuren – auch wenn man glaubt, clever zu sein.
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei prüft nun, ob die beiden Männer Teil eines größeren Netzwerks waren oder ob es sich um einen Einzelfall handelt. Die 110 sichergestellten Pflanzen deuten jedoch auf eine professionelle Arbeitsweise hin. Für die Bewohner des Viertels dürfte es eine beruhigende Nachricht sein, dass diese Produktionsstätte nun stillgelegt ist.
Wie die Lokalpolizei von Granada auf ihrer offiziellen Plattform mitteilt, wurden die Pflanzen beschlagnahmt und die beiden Männer in Gewahrsam genommen. Die Zusammenarbeit mit der Justiz wird zeigen, welche Strafe die zwei Senioren erwartet. In Spanien stehen Drogendelikte unter harter Sanktion – auch für Menschen jenseits der 60.
Der Fall zeigt: Die Strafverfolgung wird immer besser darin, wirtschaftliche Motive und kriminelle Handlungen miteinander zu verknüpfen. Wer Cannabis anbaut, sollte sich nicht nur über die rechtlichen Konsequenzen Gedanken machen, sondern auch über die Frage, was passiert, wenn der Stromzähler zum Ermittlungsinstrument wird. (Quelle: Europa Press)
Quelle: europapress.es