Rekordfund: 8 Tonnen Haschisch in Katalonien

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Cabanes

Rekordfund: 8 Tonnen Haschisch in Katalonien

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Schlag gegen die Drogenlogistik

Während die politische Debatte über Sicherheit oft von Symbolpolitik geprägt ist, liefern die Ermittlungsbehörden im Hintergrund handfeste Ergebnisse. Die katalanische Polizei Mossos d'Esquadra hat einen der größten Drogenfunde des Jahres verbucht. In einer Industriehalle in Cabanes (Girona) lagerten Kriminelle knapp acht Tonnen Haschisch. Sieben Männer im Alter von 29 bis 55 Jahren sitzen nun in Untersuchungshaft. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die logistischen Fähigkeiten des Drogenmilieus – und auf die Frage, wie effektiv die Bekämpfung tatsächlich ist.

Die Spur führt von Viladecans nach Girona

Bemerkenswert ist die Ermittlungsarbeit, die dem Zugriff vorausging. Bereits im Juni war den Beamten ein Transporter in Viladecans (Barcelona) ins Netz gegangen, der fast 2.400 Kilo Haschisch geladen hatte. Die Ermittler zogen eine Verbindung zu der Halle in Cabanes, einem Ort, der auf den ersten Blick nichts mit dem Drogenhandel zu tun zu haben scheint. Doch genau solche unscheinbaren Gewerbegebiete sind es, die von kriminellen Strukturen bevorzugt werden. Die anschließende Überwachung zeigte ein vertrautes Bild: Unregelmäßige Besuche, wechselnde Fahrzeuge, keine legale Geschäftstätigkeit – aber eindeutige Bewegungen, die auf Be- und Entladevorgänge hindeuteten.

Perfekte Tarnung, durchkreuzte Pläne

Die Täter gingen professionell vor. Am Tag des Zugriffs beobachteten die Einsatzkräfte, wie mehrere Männer die Original-Kennzeichen der Fahrzeuge austauschten und mit Kabelbindern neue, gefälschte Plaketten anbrachten. Ein Sattelzug wurde in die Halle manövriert, die Tore schlossen sich. Was folgte, war die finale Eskalation: Die Beamten stürmten das Gebäude und erwischten die Bande mitten beim Umladen der Ware.

Die Sicherstellung spricht für sich: Die Drogen waren in großen Jutesäcken versteckt, umgeben von Gummigranulat. Eine Methode, die darauf ausgelegt ist, Zoll- und Polizeikontrollen zu täuschen. Dass sie letztlich scheiterte, liegt an der Hartnäckigkeit der Ermittler, die den Transportweg der ersten Sicherstellung bis zur Quelle zurückverfolgten.

Ein Fünftel der Jahresmenge in einer Halle

Die Dimension des Fundes ist beachtlich: 8.025 Kilo Haschisch, das entspricht mehr als der Hälfte der in Katalonien bislang in diesem Jahr beschlagnahmten Gesamtmenge. Der illegale Marktwert wird auf 16,2 Millionen Euro geschätzt – eine Summe, die andernorts für Infrastruktur oder Sozialprogramme ausgegeben werden könnte, aber stattdessen in den Taschen von Kriminellen landet. Wie die Mossos d'Esquadra in einer Mitteilung betonen, zählt diese Operation zu den bedeutendsten der Behörde.

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus. Das ist richtig so, denn ein einziger Schlag gegen ein Lagerhaus löst das Problem nicht. Es ist ein Mosaikstein in einem größeren Bild, das von anhaltender Nachfrage, grenzüberschreitenden Netzwerken und einer Justiz erzählt, die mit den Kapazitäten des organisierten Verbrechens mithalten muss.


Quellen: Mitteilung der Mossos d'Esquadra vom 9. Oktober, Agenturbericht Europa Press


Quelle: europapress.es

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