Region erhöht Druck auf Wohnungsunternehmen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Cartagena

Region erhöht Druck auf Wohnungsunternehmen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Streit um Altlasten eskaliert

Die Regionalregierung von Murcia schaltet im jahrelangen Streit um die verseuchten Flächen der ehemaligen Chemiefabrik Zinsa einen Gang höher. Wie die regionale Sozialministerin Conchita Ruiz am Mittwoch im Kontrollausschuss des Regionalparlaments mitteilte, bereitet die Verwaltung derzeit die Einführung wiederkehrender Zwangsgelder gegen das Unternehmen Cartagena Parque vor. Das Vorgehen zielt darauf ab, die Firma zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflichten zu bewegen.

Unternehmen trotzt behördlicher Anordnung

Hintergrund ist eine behördliche Verfügung, die Cartagena Parque zur Beseitigung von rund 350.000 Tonnen kontaminierter Abfälle verpflichtet. Da das Unternehmen dieser Aufforderung bislang nicht nachgekommen ist, hatte die Verwaltung zunächst ein Bußgeldverfahren in Höhe von zwei Millionen Euro eingeleitet. Dieser Prozess läuft noch. Parallel dazu wird nun ein separates Verfahren für die monatlichen Zwangsgelder aufgebaut, wie Ruiz erläuterte. Man habe eine "klar definierte Roadmap", um die Flächen zurückzugewinnen, so die Ministerin weiter.

Erst Anfang August hatte die Behörde nach Vorliegen eines Berichts des nuklearen Sicherheitsrats, der keine radioaktive Belastung auf den untersuchten Flächen feststellte, eine neue Frist gesetzt. Die Firma wurde darin aufgefordert, die stillgelegten Becken zu leeren, zu demontieren und das darin befindliche Material fachgerecht zu entsorgen. Aktuell prüfen die technischen und juristischen Dienste der Umweltdirektion die von dem Unternehmen eingereichten Einwände gegen diese Anordnung.

Die Ministerin stellte klar, dass die Regionalregierung alle rechtlichen Instrumente ausschöpfen werde. Das Verursacherprinzip habe zu gelten: "Wer kontaminiert, zahlt – und wer gesetzlich zur Sanierung eines Bodens verpflichtet ist, muss dieser Verantwortung nachkommen." Man werde nicht zulassen, dass die Kosten auf die Allgemeinheit abgewälzt würden. Gleichzeitig zeigte sich Ruiz zurückhaltend gegenüber Maßnahmen, die vor Gericht keinen Bestand haben könnten.

Opposition kritisiert jahrelange Untätigkeit

Der Abgeordnete José Luis Álvarez-Castellanos von Izquierda Unida-Verdes übte scharfe Kritik an der Situation. Sieben Jahre nach dem Erwerb des Geländes durch Cartagena Parque sei immer noch keine Sanierung erfolgt. Er forderte die Regionalregierung auf, die Arbeiten nun in einer Ersatzvornahme selbst durchzuführen und dem Unternehmen die Kosten in Rechnung zu stellen. Die wiederholten Aufforderungen an die Firma hätten sich als wirkungslos erwiesen. Der Politiker warnte zudem vor den Gesundheitsrisiken, die von dem Gelände für die Anwohner der Umgebung ausgingen.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, behandelte die Fragestunde im Regionalparlament zudem mehrere andere Themen. So verkündete Gesundheitsministerin Isabel Ayala einen Erfüllungsgrad von 84,5 Prozent für die Strategie zur Verbesserung der psychischen Gesundheit 2023-2026. Die Opposition stellte diesem positiven Bild jedoch den baulichen Zustand der psychiatrischen Einrichtungen entgegen.

In der Küstenstadt Los Alcázares bleibt die Forderung nach einer rund um die Uhr besetzten Notaufnahme weiterhin unerfüllt. Die Ministerin verwies auf bestehende Angebote in den Nachbarorten und lehnte eine Zusage ohne ausreichende Ressourcen ab. Beim geplanten Logistikzentrum ZAL Los Camachos bei Cartagena bekräftigte die Regierung, dass die Planungen fortschreiten, während die Opposition auf eine schnellere Umsetzung drängt. Die ebenfalls behandelte Modernisierung von Bewässerungsanlagen könnte nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums Investitionen von insgesamt 12,5 Millionen Euro auslösen.


Quelle: europapress.es

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