Razzia gegen illegale Vogelfänger in Andalusien

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Andalusien

Razzia gegen illegale Vogelfänger in Andalusien

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Zugvogel-Schutzgebiet als Tatort

Im andalusischen Naturpark La Breña y Marismas de Barbate ist der Guardia Civil ein Schlag gegen die illegale Vogeljagd gelungen. Die Umgebung des Leuchtturms von Trafalgar in der Provinz Cádiz gilt als besonders sensibles Durchzugsgebiet für Finkenartige – genau dort wurden nun umfangreiche Fangvorrichtungen entdeckt und beschlagnahmt.

Wie die spanische Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Behörden meldet, stießen Beamte der Naturschutzpatrouille Seprona aus Medina Sidonia am vergangenen Mittwochnachmittag bei präventiven Kontrollen auf eine Personengruppe, die beim Anblick der Streife auffällig nervös reagierte. Die Verdächtigen versuchten offenbar, einen Rucksack in der Vegetation zu verstecken.

Verstecktes Equipment in Sporttasche

Die Ordnungshüter identifizierten die Gruppe umgehend und durchsuchten das Gelände. In der Nähe eines Fahrzeugs, verborgen im dichten Gebüsch, stießen sie auf eine Sporttasche. Deren Inhalt war eindeutig: mehr als zwölf Meter Klappnetze, dazu Werkzeug und sämtliches Zubehör, das für den Aufbau und Betrieb dieser verbotenen Fallen erforderlich ist. Die Beamten stellten das gesamte Material sicher.

Gegen vier Personen wurde daraufhin ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Sie sehen sich nun mit dem Vorwurf eines schweren Verstoßes gegen das regionale Gesetz 8/2003 zum Schutz der wildlebenden Flora und Fauna konfrontiert, das den Besitz und Einsatz solcher Fanggeräte ausdrücklich untersagt.

Gefahr für Arten und Verbraucher

Die Aktion ist Teil einer verstärkten Strategie gegen das anhaltende Problem der Wilderei: Die Behörden weisen darauf hin, dass die unkontrollierte und massenhafte Entnahme der Singvögel deren Bestände ernsthaft gefährdet. Zudem existiere weiterhin ein lukrativer Handel – sowohl mit lebenden Tieren, die als Käfigvögel exportiert werden, als auch mit toten Tieren, die als sogenannte „Pajaritos fritos" auf Tellern landen.

Besonders dieser illegale Lebensmittelmarkt birgt aus Sicht der Ermittler ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Die Tiere würden ohne jedwede hygienische Kontrolle verkauft, und da sie sich von Insekten ernähren, könnten sie mit Pestiziden oder Insektiziden belastete Schädlinge aufgenommen haben.

Rechtslage eindeutig

Die Rechtslage ist klar: Nach dem spanischen Strafgesetzbuch kann die Jagd auf diese Arten mit Geldstrafen oder sogar Haftstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Das nationale Naturerbe-Gesetz 42/2007 führt Finkenartige und die meisten insektenfressenden Vögel nicht als jagdbare Arten. Ihre Jagd und Vermarktung ist damit strikt verboten. Die Guardia Civil kündigte an, die Kontrollen gegen sowohl Fänger als auch Händler fortzusetzen.


Quelle: europapress.es

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