
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Rayo wirft Politik Mitschuld vor
Angriff auf den Präsidentenpalco
Der Rayo Vallecano hat einen schweren Vorfall im Estadio de Vallecas gemeldet. In der Nacht zum Samstag drangen Unbekannte in das Stadion ein und verwüsteten den Bereich der Ehrentribüne. Der Klub spricht von einem „vandalisierten und zerstörten“ Präsidentenpalco und sieht darin eine Fortsetzung einer Kampagne gegen Präsident Raúl Martín Presa.
Die Bilder der Überwachungskameras sollen am Montag einer offiziellen Anzeige beigefügt werden. Wie der Verein mitteilte, wurden die Behörden bereits informiert. Man vertraue darauf, dass der „Angriff auf die eigene Geschäftsstelle“ mit der gebotenen Konsequenz verfolgt werde.
Zwischenfall während des Turniers
Nicht nur die Nacht bereitete Sorgen. Auch während des Trofeo de Vallecas gegen Cagliari kam es zu einem bedrohlichen Moment: Vermummte umstellten den Palco, in dem sich offizielle Gäste befanden. Die Situation sei „äußerst unangenehm und inakzeptabel“ gewesen, so der Klub. Niemand dürfe Angst haben müssen, wenn er ein Fußballspiel besucht.
Die Verantwortlichen machen zudem konkrete Personen aus der Ultragruppierung Bukaneros für die Vorfälle verantwortlich. Darunter seien auch Sprecher einer kürzlich abgehaltenen Versammlung gewesen. Bei dieser Gelegenheit seien Aussagen gefallen, die als „Brutstätte“ für die aktuelle Gewalt gewertet werden.
Scharfe Kritik an der Regionalregierung
Der Verein geht noch einen Schritt weiter und richtet seine Kritik direkt an die Comunidad de Madrid. Man frage sich, ob dies die von Sportminister Mariano de Paco angekündigte „öffentlich-private Zusammenarbeit“ für die Zukunft des Stadions sei. Der Klub wirft den Behörden vor, mit Ultragruppen zu kooperieren und so die Eskalation zu befördern. Man sei es leid, auf eine angebliche „Anstiftung zum Hass“ hinzuweisen, die in Form von Sachbeschädigungen endet.
Die Regionalregierung verurteilte die Attacken ihrerseits umgehend. De Paco betonte auf der Plattform X, Gewalt sei nicht der richtige Weg, um die Probleme rund um das Stadion zu lösen.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist der Streit über die Zukunft des Geländes. Madrid hat ein Verfahren zur Beendigung der Konzession für den Rayo eingeleitet. Der Klub wirft der Region vor, während eines Baustopps keine Maßnahmen ergriffen zu haben. Zudem bezeichnet man den ersten Prüfbericht der Behörden als „eklatant fehlerhaft“. Die Region hält dagegen: Die meisten Sicherheitsmängel seien erst nach dem eigenen Eingreifen behoben worden. Man sehe den Klub nicht in der Lage, den Betrieb ordnungsgemäß zu führen. Ein neuer Betreiber solle den „Allgemeininteressen“ besser dienen, während der Rayo im Übergang weiter im Estadio de Vallecas spielen können soll. Wie die Zeitung AS berichtet, bleibt die Lage zwischen beiden Parteien angespannt.
Quelle: europapress.es