PSOE Cádiz setzt auf Albares und Ruiz Boix

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Barbate

PSOE Cádiz setzt auf Albares und Ruiz Boix

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Ein Duo für die Schicksalswahl

Die andalusischen Sozialisten haben ihre Karten für die nächsten Cortes-Wahlen aufgedeckt. Der Provinzverband von Cádiz bestätigte am Mittwoch die Kandidatenliste und schickt zwei Schwergewichte ins Rennen: Außenminister José Manuel Albares führt die Liste für den Kongress an, während der starke Mann der Provinz, Juan Carlos Ruiz Boix, für den Senat antritt. Die Entscheidung fiel im Rahmen eines Provinzkomitees in Barbate, das mit einer Schweigeminute für den verstorbenen Ex-Bürgermeister von Rota begann.

Gibraltar als Kronjuwel

Ruiz Boix, der zugleich Bürgermeister von San Roque ist, nutzte die Zusammenkunft für eine Lobeshymne auf den Spitzenkandidaten. Albares habe mit dem Gibraltar-Abkommen Geschichte geschrieben, so der Provinzchef. Der Vertrag, der Mitte Juli vorläufig in Kraft trat, habe die Grenzanlage in La Línea de la Concepción verschwinden lassen. Nach sieben Jahren Verhandlung sei nun Schluss mit der Grenzrealität – ein Segen für die acht Gemeinden des Campo de Gibraltar. „Das bringt Wachstum und Fortschritt für die gesamte Provinz“, schwärmte Ruiz Boix.

Die Liste für den Kongress bietet zudem bekannte Gesichter: Mamen Sánchez, bisherige Abgeordnete, verteidigt ihren Platz an zweiter Stelle. Dahinter folgen der bisherige Senator und Villaluenga-Bürgermeister Alfonso Moscoso sowie María Isabel Moreno Fernández. Bei den letzten Wahlen 2023 holte die PSOE in Cádiz drei Sitze – mit Fernando Grande-Marlaska, Mamen Sánchez und eben Juan Carlos Ruiz Boix, der nun ins Senatsrennen wechselt. Dort unterstützen ihn Natalia Álvarez und Javier Rodríguez auf den Plätzen zwei und drei.

Rechenspiele mit der Arbeitslosigkeit

Vor dem Plenum lieferte Ruiz Boix eine Verteidigungsrede für die Regierung von Pedro Sánchez. Man werde „mit Zähnen und Klauen“ die Bilanz des sozialistischen Kabinetts in der Provinz verteidigen, kündigte er an. Seine Argumente: bessere Arbeitsplätze, höhere Renten, mehr Stipendien und wirtschaftliche Dynamik. Mit Zahlen will er den „katastrophistischen Diskurs der Rechten“ entkräften. Seit Sánchez regiert, seien die Arbeitslosenzahlen um über 35 Prozent gesunken – 60.000 Menschen weniger ohne Job. Diesen Erfolg führt er direkt auf die staatlichen Aufträge für die Navantia-Werften in Cádiz, Puerto Real und San Fernando zurück. Auch Airbus in der Region glänze mit Rekordzahlen.

Angriff auf die „Schlafregierung“

Doch der Sozialistenchef nutzte die Bühne nicht nur für Eigenlob. Sein Frust galt den konservativen Kommunalverwaltungen. Besonders der Rathauschef von Barbate, Miguel Molina von der Regionalpartei AxSí, der mit Unterstützung der PP regiert, bekam sein Fett weg. Ruiz Boix nannte das Rathaus ein „schlagendes Beispiel für Misswirtschaft“: eine „schläfrige Regierung“, die nur aus Trägheit funktioniere. Molina sei der Junta von Juanma Moreno hörig und verteidige nicht die Interessen seiner Stadt, sondern tanze nach der Pfeife der Volkspartei.

Als Gegenentwurf präsentierte Ruiz Boix den sozialistischen Bürgermeisterkandidaten Javier Rodríguez. Der arbeite unermüdlich daran, die Stadtverwaltung zu kontrollieren und den Bürgern echte Lösungen zu bieten – von besseren öffentlichen Diensten bis zur Sanierung der klammen Stadtkasse. Die Wähler würden „die solide Alternative“ der Sozialisten belohnen, zeigte sich der Provinzchef überzeugt.

Demokratie als Alleinstellungsmerkmal

Ein Seitenhieb galt auch den politischen Mitbewerbern: Nur die PSOE setze auf Versammlungen und Vorwahlen, um ihre Kandidaten zu küren. Über 5.000 Mitglieder dürften mitreden, während andere Parteien ihre Leute „per Handschlag“ ernennen. Ob dieser demokratische Anspruch die Wähler überzeugt, wird sich zeigen – die Sozialisten von Cádiz gehen zumindest selbstbewusst in den Wahlkampf.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, fiel die Entscheidung einstimmig im Provinzkomitee. Die eigentliche Bewährungsprobe folgt jedoch am Wahltag, wenn die Bürger über die Zukunft der Provinz und die Bilanz der Zentralregierung entscheiden.


Quelle: europapress.es

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