PP und Vox stürzen Landaluce per Misstrauensvotum

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Algeciras

PP und Vox stürzen Landaluce per Misstrauensvotum

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Politischer Umbruch in der Hafenstadt

In Algeciras ist die politische Krise eskaliert: Die zwölf Ratsmitglieder der Volkspartei (PP), die am Dienstag das Regierungsbündnis mit dem Bürgermeister aufgekündigt hatten, haben nun gemeinsam mit der rechtspopulistischen Partei Vox den Sturz des Stadtoberhaupts eingeleitet. Wie die Zeitung Europa Press berichtet, wurde der förmliche Misstrauensantrag gegen José Ignacio Landaluce bereits unterzeichnet und soll am Mittwochnachmittag beim Rathaus registriert werden.

Der Aufstand gegen den langjährigen Bürgermeister war am Vortag öffentlich geworden, nachdem eine weitere Anzeige wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe gegen Landaluce bekannt wurde. Die PP-Ratsherren forderten seinen sofortigen Rücktritt – als dieser jedoch ausblieb, zogen sie die Konsequenz und verließen geschlossen das Regierungsteam.

Neuer Anführer steht fest

Als Kandidat für die Nachfolge ist Jacinto Muñoz benannt worden, der bis zu seinem Rückzug am Dienstag als erster Stellvertreter des Bürgermeisters fungierte. Der PP-Provinzvorsitzende Bruno García betonte, man habe Landaluce die Gelegenheit zum freiwilligen Rücktritt gegeben, dieser habe jedoch einen anderen Weg gewählt. Nun wolle man durch das Misstrauensvotum „Stabilität und Normalität“ in der Stadtverwaltung wiederherstellen. Die Entscheidung für Muñoz sei in einer gemeinsamen Runde der abtrünnigen Ratsmitglieder gefallen.

García wollte die Haltung des umstrittenen Bürgermeisters nicht weiter kommentieren. Ihm gehe es vor allem darum, dass in Algeciras wieder über die eigentlichen Themen gesprochen werde – etwa Wohnungsbau und die alltäglichen Angelegenheiten der Bürger.

Ein schwieriger Schritt

Muñoz selbst bezeichnete die Situation als „sehr traurig“ und betonte, dass der Misstrauensantrag keine Kritik an der bisherigen Arbeit sei. Man habe sich „gezwungenermaßen“ zu diesem Schritt entschlossen, der für niemanden angenehm sei. Zugleich wollte er den Bürgern nach der Machtübernahme ein Signal der Beruhigung geben: Die Verwaltung werde in gewohnter Linie weiterarbeiten, die jeweiligen Aufgabenbereiche innerhalb des Teams blieben unverändert – ganz im Interesse der Einwohner von Algeciras.

Damit zeichnet sich ein Machtwechsel in der andalusischen Hafenstadt ab, der jedoch noch der formellen Abstimmung im Stadtrat bedarf. Sollte der Misstrauensantrag dort die nötige Mehrheit erhalten, wäre Landaluce nach Jahren an der Spitze der Stadt abgelöst. Die Hintergründe der Anschuldigungen gegen ihn werden unterdessen von den zuständigen Behörden geprüft.


Quelle: europapress.es

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