PP erzwingt Ermittlungen zum Erdrutsch

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Barcelona

PP erzwingt Ermittlungen zum Erdrutsch

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Loch, viele Fragen

Drei Monate nach dem spektakulären Erdrutsch im Barcelonaer Stadtteil Putxet wird die politische Debatte um das Milliardenloch zur juristischen Bombe. Der Vorsitzende der Volkspartei (PP) im Stadtrat, Daniel Sirera, hat nun offiziell die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Sein Ziel: eine lückenlose Aufklärung, ob neben den offensichtlichen Baumängeln auch strafrechtlich relevante Pflichtverletzungen vorliegen. Es geht um nicht weniger als die Frage, ob Behörden und Verantwortliche versagt haben, bevor die Erde nachgab.

Der Verdacht: Ignorierte Vorboten

Sirera stützt seine Initiative nicht auf bloße Vermutungen, sondern auf eine dokumentierte Kette von Ereignissen. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, verweist die Partei in ihrer Denunziation auf einen ersten, kleineren Straßeneinbruch Ende Mai in der Carrer de Sant Gervasi de Cassoles. Wochen vor der Katastrophe soll zudem ein Anwohner in einem Bürgertreffen eindringlich vor einem Zusammenhang zwischen sichtbaren Rissen und dem Vortrieb der Tunnelbohrmaschine gewarnt haben.

Die alles entscheidende Frage, die Sirera nun von der Justiz beantwortet haben will: Was geschah mit diesen Informationen? Wurden die Warnungen ernst genommen und überprüft? Und wenn ja: Warum wurde der Schlamassel nicht verhindert?

Die Zeit der Ausreden ist vorbei

Der PP-Politiker macht aus seiner Wut keinen Hehl und stellt die Dringlichkeit klar. „Die Bewohner haben ein Recht zu erfahren, was versagt wurde, wer davon wusste und wer die Verantwortung übernimmt“, wird Sirera in der Parteimitteilung zitiert. Seine Kritik richtet sich gegen eine behauptete Mauer des Schweigens von Stadtverwaltung und Regionalregierung. Bereits unmittelbar nach dem Vorfall hatte Sirera „dringende Erklärungen“ gefordert und eine mangelnde Transparenz bei der Aufarbeitung gegeißelt.

Die politische Stoßrichtung ist eindeutig: Während sich die Techniker um die Stabilisierung des Untergrunds kümmern, will der PP die Frage nach der persönlichen Verantwortung nicht im Nebel der Zuständigkeiten verschwinden lassen. Der Vorwurf wiegt schwer: Wer hätte handeln müssen und hat es nicht getan? Die Staatsanwaltschaft muss nun liefern, was der Politik bislang verwehrt blieb: Klarheit.


Quelle: europapress.es

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