
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Passtausch im Einkaufszentrum: Vier Festnahmen
Es ist eine Szene, die man eher aus einem Agententhriller kennt als aus dem Alltag eines Einkaufszentrums: die Übergabe eines Umschlags, ein Bündel Geldscheine, misstrauische Blicke. Doch was in Playa de Palma geschah, war keine Fiktion, sondern die Realität einer perfiden Masche. Die Nationalpolizei hat vier Menschen dingfest gemacht, die offenbar ein schwungvolles Geschäft mit gefälschten Reisedokumenten betrieben.
Die entscheidenden Ermittlungserfolge gelangen den Beamten durch Hartnäckigkeit und ein gutes Gedächtnis. Bereits am 29. September fielen drei Frauen auf, als sie mit offenbar gefälschten Pässen an Bord eines Flugzeugs nach Großbritannien gelangen wollten. Der Schwindel flog auf, die drei wurden vorläufig festgehalten. Doch anstatt sie zu verhaften, ließ man sie offenbar laufen – eine Taktik, die sich auszahlen sollte. Am darauffolgenden Montag erspähten die Ermittler die Frauen erneut, diesmal in der Gegend von Arenal. Der Verdacht lag nahe, dass sie nicht untätig geblieben waren.
Mit der gebotenen Vorsicht folgten die Beamten den drei Verdächtigen durch das Viertel, bis diese schließlich ein Einkaufszentrum betraten. Dort bot sich den Ermittlern ein eindeutiges Bild: Eine Beamtin beobachtete, wie die Frauen mit einem Mann mittleren Alters interagierten, der ihnen einen Umschlag und ein Bündel Geldscheine übergab. Für die Einsatzkräfte war die Situation glasklar – der Austausch war offenbar der Abschluss eines Deals. Der Zugriff erfolgte prompt: Bei den Frauen fanden die Polizisten den besagten Umschlag, der drei raffinierte Fälschungen französischer Pässe enthielt. Im Bargeldbestand befanden sich 800 Euro.
Die Vier sitzen nun in Untersuchungshaft, ihnen droht ein Verfahren wegen Dokumentenfälschung. Für den Mann kommt es dicker: Er muss sich zusätzlich wegen Förderung der illegalen Einwanderung verantworten. Eine Wohnungsdurchsuchung in seinem Hotelzimmer förderte zudem weiteres Bargeld zutage, sodass die Beamten insgesamt rund 4.000 Euro sicherstellen konnten.
Die Ermittlungen, koordiniert von der Generalkommissariat für Ausländer und Grenzen, sind noch nicht abgeschlossen. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, geht es offenbar um ein Netzwerk, das mit der Notlage von Menschen handelt. Wer für ein paar Hundert Euro das Leben anderer aufs Spiel setzt, dem sollte die volle Härte des Gesetzes drohen. Die Aktion zeigt jedoch auch, dass die Sicherheitsbehörden wachsam sind – und dass der Griff zum falschen Pass kein Kavaliersdelikt ist, sondern ein Verbrechen mit potenziell fatalen Folgen für die Betroffenen, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Hände skrupelloser Betrüger geraten.
Quelle: europapress.es