Paar lockte Opfer mit Fake-Job nach Mallorca

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Paar lockte Opfer mit Fake-Job nach Mallorca

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ermittlungen nach monatelanger Ausbeutung

Die Nationalpolizei hat am vergangenen Dienstag auf Mallorca einen Mann und eine Frau festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, eine junge Ausländerin mit einer erfundenen Jobzusage nach Spanien geholt und sie anschließend systematisch zur Sexarbeit gezwungen zu haben. Die Ermittler der Ucrif-Einheit für Einwanderungsnetzwerke und Dokumentenfälschung in Palma waren den Verdächtigen nach monatelanger Observationsarbeit auf die Spur gekommen.

Freundschaft als Werkzeug des Missbrauchs

Die Ermittlungen begannen, nachdem Hinweise auf eine mögliche Straftat eingingen. Den Beamten zufolge kannte der mutmaßliche Haupttäter die Geschädigte bereits seit deren Kindheit. Er war ein Bekannter der Familie und genoss offenbar deren Vertrauen. Als die Frau volljährig wurde, organisierte er aus Spanien heraus sämtliche Reiseformalitäten – vom Visum bis zu den Flugkosten. Das Opfer folgte der Verheißung auf einen Arbeitsplatz in einem japanischen Restaurant, um ihre Familie finanziell unterstützen zu können.

Gefangen zwischen Angst und Scham

Nach der Ankunft kehrte sich die Situation jedoch schnell um. Statt des versprochenen Jobs wurde die junge Frau zur Prostitution genötigt. Als sie sich weigerte, drohte der Mann damit, ihre Familie über die wahre Art ihrer Tätigkeit zu informieren – ein Mittel, das die psychische Abhängigkeit weiter verstärkte. Die Staatsanwaltschaft wertet dies als gezielte Zermürbungstaktik, die auf der Isolation der Geschädigten in einem fremden Land aufbaute.

Arbeitsteilung nach hierarchischem Muster

Die Ermittler beschreiben ein klar strukturiertes Vorgehen der Gruppe. Während der Mann als Lockvogel agierte, übernahm seine Lebensgefährtin die Rolle der Aufseherin. Sie war für die Kontrolle der Frau zuständig, schaltete Online-Anzeigen und koordinierte die Terminanfragen der Freier. Die Geschädigte berichtete zudem von weiteren Beteiligten, die an der Rekrutierung mitgewirkt haben sollen. Die Täter nutzten verschlüsselte Kommunikationskanäle und anonymisierte Internetverbindungen, um ihre Spuren zu verwischen.

Opferschutz und offene Ermittlungen

Nach Angaben der Polizei befindet sich die betroffene Frau inzwischen in der Obhut einer Nichtregierungsorganisation und erhält psychosoziale Unterstützung. Bislang gibt es keine Hinweise auf weitere Geschädigte. Die Ermittlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen; die Behörden schließen weitere Festnahmen nicht aus. Die beiden Verdächtigen müssen sich wegen Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verantworten, der Mann zusätzlich wegen Bedrohung.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, stammt die Information von der Polizeibehörde selbst.


Quelle: europapress.es

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