
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Opferverband zieht kritische Bilanz nach neuem Unwetter
Der Verband der Flutopfer vom 29. Oktober 2024 hat die Arbeit der Regionalregierung beim jüngsten Unwetter Adam deutlich positiver bewertet als noch vor zwei Jahren. „Der Unterschied war nicht die Koordination, sondern dass die Regierung dieses Mal wirklich vor Ort war“, sagte Verbandspräsidentin Mariló Gradolí am Mittwoch in Valencia. Man habe gesehen, wie Ministerien und Behörden zusammenarbeiten könnten, „wenn man dort ist, wo man sein muss“.
Die Bilanz, die der Verband zwei Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe in der Region Valencia zieht, fällt allerdings vernichtend aus. In einer Erklärung, die vor dem Obersten Gerichtshof der Valencianischen Gemeinschaft präsentiert wurde, sprechen die Opfervertreter von einem „Suspenso“ beim Wiederaufbau. Zentrale Infrastruktur für Dörfer und Stadtviertel fehle weiterhin. Auch beim Klimarisikomanagement attestieren sie der Regierung ein „Versagen“. Es brauche keinen neuen Karten, sondern eine Politik, die sich nach diesen Karten richte, so der Vorwurf.
Angebot der Hilfe nach neuer Flut
Die Vereinigung, die 233 Todesopfer der Oktoberflut 2024 vertritt, hat derweil ihre Unterstützung für die Betroffenen der jüngsten Überschwemmungen in den Landkreisen Safor und Marina Alta angeboten – sowohl administrativ, juristisch als auch menschlich. Toñi García, die bei der Flut 2024 ihren Ehemann und ein Kind verlor, forderte zudem, dass die mobilen Psychiatrie-Einheiten auch in den neu betroffenen Gebieten zum Einsatz kommen.
Kompletter Bruch mit der Generalitat
Die Beziehungen zur Regionalregierung seien nach zwei Jahren „vollständig zerrissen“, betonten die Vertreterinnen. Weder der neue Regierungschef Juanfran Pérez Llorca höre ihnen zu, noch seien personelle Konsequenzen aus der damaligen Katastrophe gezogen worden. Mehrere Minister, die 2024 in der Verantwortung standen, hätten ihre Posten behalten. Der Verband wirft Pérez Llorca vor, eine reine Fortsetzung seines Vorgängers Carlos Mazón zu sein: „Wir sehen keinen Politikwechsel, den wir für unverzichtbar halten.“
Ein weiterer Streitpunkt bleibt die Immunität von Ex-Regionalpräsident Mazón, der inzwischen als Abgeordneter im Regionalparlament sitzt. Der Verband hat dagegen ein Verfassungsbeschwerde-Verfahren angestoßen und dafür nach eigenen Angaben mehr als 2.000 Unterstützungsschreiben gesammelt. Der Status sei „betrügerisch“ und eine Beleidigung für die Opfer, so die Präsidentin. Das Recht auf Wahrheit müsse über dem politischen Schutz stehen.
Wie die Zeitung Europa Press berichtet, fordert der Verband außerdem eine Überarbeitung des Bodengesetzes, das Bauen in Gebieten erlaube, die früher als riskant galten: „Es geht nicht darum, schneller zu bauen, sondern besser und sicherer.“
Quelle: europapress.es