Opfer schildert Einbruch in Valldemossa

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Opfer schildert Einbruch in Valldemossa

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Zehn verpasste Anrufe und ein verwüstetes Restaurant

Der Schock sitzt tief bei einer Restaurantbesitzerin aus Valldemossa. Wie sie vor Gericht schilderte, klingelte ihr Telefon am frühen Morgen des 16. Februar ununterbrochen. Zehn verpasste Anrufe der Alarmzentrale – dann die Gewissheit: In ihr Lokal war eingebrochen worden.

Als sie kurz darauf eintraf, bot sich ihr ein Bild der Verwüstung. Die Kasse war gestohlen, das Kartenterminal zertrümmert, eine Chocolatera aufgeschlagen und das gesamte Geschirr lag in Scherben auf dem Boden. Die Täter hatten laut Videoaufnahmen die Ladenkasse an sich gerissen und waren geflüchtet.

Prozessauftakt mit Verspätung

Vor der ersten Strafkammer des Provinzgerichts von Palma hat am Donnerstag der Prozess gegen sechs Männer begonnen, denen eine Serie von Einbrüchen und Autodiebstählen in mehreren Orten Mallorcas zur Last gelegt wird. Die Sitzung startete mit fast zwei Stunden Verzögerung, nachdem sich einer der Angeklagten zunächst geweigert hatte, aus der Untersuchungshaft zur Verhandlung gebracht zu werden. Schließlich müsse die Nationalpolizei ihn zum Gericht transportieren, hieß es.

Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, werden den Angeklagten Taten zwischen Ende Januar und Mitte Februar dieses Jahres vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft spricht von einer organisierten Serie: Die Gruppe soll Autos gestohlen haben, teilweise mit gefälschten Kennzeichen, um damit Einbrüche in Geschäfte und Lokale zu verüben.

Vorgehen der Bande

Der Ablauf war offenbar immer ähnlich: Während einige der Männer die gestohlenen Fahrzeuge steuerten, brachen andere mit Brechstangen und Hebeln in die Geschäfte ein. In manchen Fällen rammten sie sogar die Eingangstüren mit den Autos, um sich Zutritt zu verschaffen.

Die Beute: Bargeld aus Kassen und Wertgegenstände. Die Anklage listet insgesamt drei gestohlene Autos, acht Einbrüche in Geschäfte sowie mehrere Diebstähle aus Fahrzeugen und den Diebstahl von Kennzeichen auf. Die Tatorte verteilen sich über die Insel – von Valldemossa über Sóller und Deià bis nach Campos, Santanyí und Portocolom im Osten.

56 Jahre Haft gefordert

Die Staatsanwaltschaft fordert für die sechs Angeklagten Haftstrafen von insgesamt bis zu 56 Jahren. Die Vorwürfe wiegen schwer: gewerbsmäßiger Diebstahl mit Gewalt, Urkundenfälschung und Straftaten gegen die Verkehrssicherheit. Sogar Videos sollen die Männer gedreht haben, wie sie mit den gestohlenen Wagen rücksichtslos über die Insel rasten – und diese Aufnahmen dann in sozialen Netzwerken teilten.

Der Prozess ist auf zwei Tage angesetzt. Neben der Restaurantbesitzerin sollen weitere Geschädigte aussagen, deren Lokale und Fahrzeuge ins Visier der Bande gerieten.


Quelle: europapress.es

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