
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Neuer Wohnraum für die Inseln
Ein Tropfen auf den heißen Stein? Nicht ganz.
Während die Mieten auf den Balearen weiterhin Rekordhöhen erreichen und sich Normalverdiener längst aus dem freien Markt verabschiedet haben, zieht die Politik endlich nach. Die Inselregierung hat jetzt grünes Licht für den Bau von sechs neuen öffentlichen Wohnanlagen gegeben. Rund 60 Sozialwohnungen entstehen damit in Felanitx, Petra, Sóller, Ciutadella und Maó. Klingt überschaubar? Ist es auch – aber es ist ein längst überfälliges Signal.
Alte Gemäuer, neue Perspektiven
Bemerkenswert ist die Wahl der Standorte. Statt auf der grünen Wiese werden vor allem Bestandsgebäude reaktiviert. Im ehemaligen Krankenhaus von Felanitx etwa entstehen acht Wohnungen, im früheren Kino Fantasio in Sóller deren elf. Auch die alte Busstation in Maó wird zum Wohnraum für acht Familien umfunktioniert, und in Ciutadella entstehen an der Kreuzgasse und im Passatge des Sindicat weitere Einheiten.
Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch klug: Die Projekte wurden bereits als Investitionen von autonomen Interesse deklariert, was beschleunigte Genehmigungsverfahren ermöglicht. Der ballesische Wohnungsbaudienst Ibavi kann nun mit den Bauarbeiten beginnen.
Kritik ist billig – Wohnungen sind teurer
Natürlich werden jetzt jene Stimmen laut, die angesichts von 60 Einheiten von Symbolpolitik sprechen. Und ja: Angesichts der schieren Not auf dem Wohnungsmarkt der Inseln ist das Volumen überschaubar. Doch wer jetzt ausschließlich die Quantität kritisiert, übersieht das Prinzip. Jede dieser Wohnungen ist eine Entlastung für eine Familie, die sonst keine Chance auf dem freien Markt hätte. Zudem zeigt die Regierung mit der Reaktivierung von Leerständen, dass sie bereit ist, unkonventionelle Wege zu gehen.
Die Entscheidung vom Donnerstag, über die Europa Press berichtete, ist kein Befreiungsschlag, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Ankündigungen auch in Beton gegossen werden – und ob weitere Projekte folgen. Die Geduld der Inselbewohner ist schließlich auch ein endliches Gut.
Quelle: europapress.es