
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Neuer Beachclub an Marbellas Goldener Meile
Städtische Flächen sollen für fünf Jahrzehnte vergeben werden
Das Rathaus von Marbella hat das Verfahren für die Überlassung zweier kommunaler Grundstücke in der Nähe des historischen Torre del Ancón eingeleitet. Bei dem Turm aus dem 16. Jahrhundert handelt es sich um ein Kulturgut (Bien de Interés Cultural, BIC), das unmittelbar am Strand der sogenannten Milla de Oro liegt. Die betroffenen Parzellen umfassen eine Gesamtfläche von 16.833,9 Quadratmetern.
Als Rechtsform für die Nutzung ist eine Verwaltungskonzession vorgesehen, die dem Investor die Nutzung und wirtschaftliche Verwertung des öffentlichen Bodens für einen Zeitraum von 50 Jahren gestattet. Nach Angaben der Projektunterlagen beläuft sich das geplante Investitionsvolumen auf rund 4,38 Millionen Euro.
Geplante Anlagen: Gastronomie, Sportbecken und Veranstaltungsfläche
Hinter dem Vorhaben steht die Gesellschaft Mountbird Inversiones 2014, SA. Das Unternehmen ist bereits für das benachbarte Wohnprojekt „Uno Beach Residences“ verantwortlich, das sich im Bau befindet. Nun sollen auf den städtischen Flächen mehrere Einrichtungen entstehen: Ein Restaurant mit gehobener Küche, ein gastronomisches Zentrum, ein Schwimmbecken für sportliche Nutzung sowie Stellplätze für Fahrzeuge.
Das Restaurant ist für den Betrieb über das gesamte Jahr ausgelegt und bietet Platz für bis zu 305 Gäste. Geöffnet sein soll es für Frühstück, Mittag- und Abendessen. Das Sportbecken erhält eine Wasserfläche von 166,32 Quadratmetern und sieht eine Kapazität von 194 Gästen vor, wobei der Service auf das Mittagessen beschränkt bleibt. Rund um das Becken sind drei Freiluftterrassen mit jeweils 290 bis 300 Quadratmetern geplant. Die Betreiber kalkulieren mit einer durchschnittlichen Auslastung von 30 Prozent und einem Pro-Kopf-Umsatz von 60 Euro im Restaurant sowie 80 Euro im Poolbereich.
Ein separater Bereich ist als gastronomisches Zentrum vorgesehen. In einem zweistöckigen Gebäude sollen Seminare, Verkostungen, Kochkurse und Konferenzen stattfinden. Die Initiatoren betonen, dass dieser Teil keine wirtschaftlichen Einnahmen generieren werde. Die städtebaulichen Parameter sehen für das Restaurant eine maximale Höhe von 8,75 Metern bei einer Bebauungsfläche von 707,38 Quadratmetern vor. Der geplante Parkplatz auf einer begrünten Fläche von 1.258,03 Quadratmetern soll eine Höhe von zwölf Metern erreichen; das gastronomische Zentrum darf bis zu 12,80 Meter hoch werden.
Kritik an mangelndem öffentlichem Interesse
Die Gemeinde plant, von dem Konzessionsnehmer eine jährliche Abgabe zu erheben. Das Unternehmen errechnet auf Basis der erwarteten Einnahmen einen Bruttoertrag von 546.377 Euro und bietet darauf aufbauend eine Zahlung von 65.565 Euro pro Jahr an – dies entspricht zwölf Prozent des kalkulierten Ergebnisses.
Gegen das Vorhaben regt sich jedoch Widerstand. Die sozialistische Fraktion PSOE hat angekündigt, formelle Einwände gegen die „Privatisierung“ des öffentlichen Bodens einzulegen. Sollte die Verwaltung an dem Plan festhalten, kündigt die Partei rechtliche Schritte an. Auch die Linkspartei IU, die im Stadtparlament nicht vertreten ist, will gegen die Einleitung des Verfahrens bei der zuständigen Kulturbehörde vorgehen. Zudem hat die Umweltschutzorganisation Ecologistas Malaka Kritik geäußert: Sie bemängelt die fehlende Rechtfertigung des öffentlichen Interesses und fordert mehr Transparenz, Umweltprüfungen sowie Alternativen, die die Grünzone weniger belasten.
Die Entscheidung über die Zukunft der beiden Grundstücke steht damit am Beginn eines längeren Abstimmungsprozesses, dessen Ausgang angesichts der rechtlichen und politischen Einwände offen ist. Wie die Zeitung Diario Sur berichtet, liegt die Dokumentation des Investors der Stadtverwaltung bereits vor.
Quelle: diariosur.es