Nach der Flut: Freibad wird zum Vorzeigeprojekt

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

benamargosa

Nach der Flut: Freibad wird zum Vorzeigeprojekt

von Sabine Keller

Vom Schlammloch zum Vorzeigebecken

Man hätte das Bad aufgeben können. Nachdem die Fluten der DANA im November 2024 die Anlage an der Uferzone des Río Benamargosa verwüstet hatten, lag sie monatelang brach – eine einzige Schlammlawine aus desolaten Becken, zerrissenen Leitungen und zerstörtem Mobiliar. Doch das Rathaus entschied sich gegen das Aufgeben und für eine radikale Modernisierung. Und das ist gut so.

Wie die Lokalzeitung axarquiaplus.es berichtet, öffnet die Piscina Municipal an diesem Sonntag, dem 28. Juni, um 12 Uhr wieder ihre Pforten. Wer jetzt jedoch den alten, etwas müden Charme erwartet, irrt. Die Liste der Neuerungen liest sich wie ein Lehrbuch für kommunale Krisenbewältigung: Statt notdürftigem Flicken setzte man auf eine Komplettsanierung. Die Becken wurden nicht nur gereinigt, sondern neu gestaltet – das Kinderbecken erhielt eine angehobene Sohle und integrierte Treppen, um Stürze zu vermeiden, und einen sandfarbenen Innenbelag. Die Technik wurde auf den neuesten Stand gebracht: neue Filteranlagen, automatische Chlor- und pH-Regelung.

Mehr als nur Reparatur

Doch die Verantwortlichen gingen weiter. Sie haben die Aufenthaltsflächen um über tausend Quadratmeter Kunstrasen erweitert, ein Bewässerungssystem zur Abkühlung installiert, neue Schirme, Duschen, verbesserte Umkleiden und eine energiesparende Beleuchtung eingebaut. Sieben zusätzliche Rettungsringe sollen die Sicherheit erhöhen. Das ist kein Flickwerk – das ist eine strategische Aufwertung eines zentralen Sommerortes.

Natürlich gab es Kritiker, die fragten: Warum baut man ein öffentliches Bad in einer Überschwemmungszone überhaupt wieder auf? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil Kommunen nicht einfach das Leben aus ihren Orten herausziehen dürfen, nur weil das Risiko steigt. Stattdessen müssen sie klüger bauen. Genau das ist hier passiert. Die Investition in belastbarere Infrastruktur ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – und ein Signal an die Bürger, dass ihre Lebensqualität auch nach Katastrophen Priorität hat.

Ein Lehrstück für andere Gemeinden

Bis zum Sommer 2024 fiel die Saison komplett aus. Als Übergangslösung stellte das Ayuntamiento kostenlose Eintrittskarten für das Schwimmbad im Nachbarort Triana zur Verfügung – ein pragmatischer, aber provisorischer Schritt. Jetzt kehrt der Ort zu seinem eigenen Bad zurück. Noch laufen kleinere Abschlussarbeiten, aber der Kern steht. Wer in diesem Sommer nach Benamargosa kommt, sieht nicht nur ein sauberes Becken, sondern ein Exempel dafür, wie man aus einer Naturkatastrophe mehr macht als nur eine Reparatur.

Die Wiedereröffnung ist mehr als eine lokale Nachricht. Sie ist ein Beleg dafür, dass Investitionen in öffentliche Infrastruktur auch nach verheerenden Schäden lohnen – wenn man sie richtig angeht.


Quelle: axarquiaplus.es