Nach dem Rücktritt: Regierungspartner sichert Stabilität zu

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Vélez-Málaga

Nach dem Rücktritt: Regierungspartner sichert Stabilität zu

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Politisches Erdbeben in Vélez-Málaga

Der überraschende Rücktritt von Jesús Lupiáñez als Bürgermeister von Vélez-Málaga hat eine breite Debatte über die Zukunft der Stadtregierung ausgelöst. Die politischen Lager reagieren höchst unterschiedlich auf den Schritt des früheren Rathauschefs, der das kommunale Gefüge bis zu den nächsten Wahlen im Mai 2027 neu formen könnte.

Koalitionspartner bekräftigt Bündnistreue

Als erster wichtiger Akteur hat sich der Grupo Independiente Pro Municipio de Torre del Mar (GIPMTM) positioniert. Der Sprecher der Gruppierung, David Segura, zeigte Verständnis für die Entscheidung Lupiáñez' und würdigte die Zusammenarbeit mit dessen Partei, der konservativen Volkspartei (PP). Er sprach von einer von gegenseitigem Respekt geprägten Beziehung und bezeichnete den Tag als "traurig".

Gleichzeitig kritisierte Segura den zunehmend aggressiven Ton in der Kommunalpolitik. Er verwies auf persönliche Anfeindungen, die zuletzt auch vor einem Krankenhausaufenthalt seines Parteikollegen Jesús Pérez Atencia nicht Halt gemacht hätten, und forderte eine Rückkehr zu fairen politischen Umgangsformen.

Trotz des Führungswechsels stellte Segura klar: Die gemeinsame Regierungsarbeit werde fortgesetzt. Man werde das Tempo bei laufenden Projekten beibehalten und die Koalition mit der PP bis zum Ende der Legislaturperiode stabil halten.

Opposition stellt Bedingungen für Unterstützung

Die Reaktionen der Oppositionsparteien fielen deutlich kritischer aus. Der Sprecher von Andalucía por Sí, José Pino, wies die Vorwürfe Lupiáñez' zurück und machte dessen Politik für die Krise verantwortlich. Insbesondere das 2023 geschlossene Bündnis zwischen PP und GIPMTM sieht Pino als Ursache für eine Abkehr von ursprünglichen Wahlversprechen.

Er monierte eine zunehmende Steuerbelastung der Bürger und nannte die Einführung der neuen Müllgebühr als zentralen Streitpunkt. Pino unterbreitete der PP ein Angebot: Sollte sie das Bündnis mit den Unabhängigen aufkündigen, stünde man für inhaltliche Absprachen zur Verfügung. Gleichzeitig würdigte er die Rücktrittsentscheidung selbst als Akt der Verantwortungsübernahme.

Ähnliche Forderungen kamen von den Sozialdemokraten. Der PSOE-Sprecher Víctor González betonte zwar den persönlichen Respekt für den scheidenden Bürgermeister, machte aber zugleich dessen "sehr negative" Amtsführung für den politischen Verschleiß verantwortlich. Er kritisierte die als überhöht empfundenen Müllgebühren sowie ausgebliebene Fortschritte beim geförderten Wohnungsbau.

Die Sozialisten bieten dem PP eine begrenzte Zusammenarbeit an, knüpfen diese jedoch an die Bedingung, die Koalition mit dem GIPMTM zu beenden. Als konkrete Maßnahmen schlagen sie eine Senkung der Grundsteuer, eine Reform der Müllgebührenordnung und eine allgemeine Verbesserung der Stadtverwaltung vor. "Wir wollen nicht, dass Lupiáñez geht, nur damit ein anderer genau so weitermacht", verdeutlichte González seine Erwartung an einen echten Politikwechsel.

Rechte Kritik an Müllgebühr

Die rechtspopulistische Partei Vox begrüßte den Rücktritt ausdrücklich. Ihr Sprecher Javier Herreros nannte Lupiáñez einen "denkwürdigen Missmanager", der die Bürger ignoriert habe. Die umstrittene Müllgebühr sei der Auslöser gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe.

Herreros erinnerte an die jüngste Protestveranstaltung seiner Partei gegen die Gebühr und forderte, den Rücktritt nun für eine grundlegende Neuausrichtung zu nutzen. Man erwarte, dass die "ungerechte Steuer" endlich vom Tisch genommen werde. Vox kündigte an, sich weiterhin entschlossen gegen eine ihrer Ansicht nach ungerechtfertigte Steuer- und Abgabenpolitik zu stellen.

Der Rücktritt von Lupiáñez markiert damit den Beginn einer ungewissen Phase in der Kommunalpolitik von Vélez-Málaga, in der die Weichen für die verbleibende Amtszeit bis zur Wahl 2027 neu gestellt werden müssen. Wie die Nachrichtenplattform AxarquiaPlus berichtet, steht die Frage im Raum, ob der eingeschlagene Regierungskurs beibehalten oder grundlegend korrigiert wird.


Quelle: axarquiaplus.es

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