
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Málaga senkt Schuldenlast um 61 Millionen
Haushaltssanierung mit Nachdruck
Während viele Kommunen in Spanien unter ihrer finanziellen Bürde ächzen, präsentiert sich die andalusische Hafenstadt Málaga als Musterknabe der Haushaltsdisziplin. Die neuesten Zahlen der Banco de España für das zweite Quartal 2026 belegen einen beeindruckenden Rückgang der städtischen Verbindlichkeiten. Wer jetzt jedoch von einem politischen Zufall spricht, verkennt die strategische Ausrichtung des Konsistoriums.
Konkret beziffert sich der Schuldenabbau auf stolze 61 Millionen Euro im Jahresvergleich. Waren es Ende Juni 2025 noch 270 Millionen Euro, die auf den Schultern der Stadtverwaltung lasteten, so sind es ein Jahr später nur noch 209 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von 22,59 Prozent und ist mehr als nur eine Momentaufnahme.
Die Rechnung mit den Wohnungsbaukrediten
Ein entscheidendes Detail, das die Statistik verkompliziert, ist die Behandlung der Kredite für den Bau von Sozialwohnungen. Anders als in vielen anderen Städten werden diese Darlehen in der offiziellen Bilanz Málagas vollständig mitaufgeführt. Zieht man diese Posten ab, sinkt die reale Verschuldung sogar auf beachtliche 167 Millionen Euro. Diese Transparenz ist löblich, wirft aber auch die Frage auf: Wie viele andere Kommunen schönen ihre Zahlen, indem sie solche Investitionen in Zweckgesellschaften auslagern?
Der positive Trend ist auch im kurzfristigen Vergleich unverkennbar: Innerhalb nur eines Quartals – vom ersten zum zweiten Trimester 2026 – reduzierte sich die Schuld um weitere sieben Millionen Euro (ohne Wohnungsbaukredite) beziehungsweise sechs Millionen Euro (inklusive dieser Kredite). Das ist kein Nullsummenspiel, sondern konsequente Sparpolitik.
Weit unter der gesetzlichen Schmerzgrenze
Die wohl signifikanteste Kennzahl ist jedoch der Verschuldungsgrad. Mit 35,18 Prozent liegt Málaga mehr als 74 Prozentpunkte unter der gesetzlich zulässigen Höchstgrenze von 110 Prozent. Damit besitzt die Stadt nicht nur einen enormen finanziellen Spielraum für zukünftige Investitionen, sondern entkräftet auch alle Kritiker, die eine Überforderung der kommunalen Haushalte durch Sozialausgaben beklagen. Die Rechnung ist einfach: Wer weniger Zinsen zahlt, hat mehr Mittel für Infrastruktur, Bildung oder Wohnungsbau.
Während andere Städte – nicht nur in Andalusien – mit defizitären Haushalten kämpfen und oft am Tropf der Zentralregierung hängen, beweist Málaga, dass kommunale Eigenverantwortung und solides Wirtschaften keine Utopie sind. Die Devise lautet: Sparen, wo es geht, investieren, wo es nötig ist. Die aktuellen Daten der Banco de España liefern dafür den empirischen Beleg.
Es bleibt abzuwarten, ob dieser Kurs nach den nächsten Kommunalwahlen Bestand hat. Die Zahlen sprechen jedoch eine so deutliche Sprache, dass jeder politische Gegner, der eine Kehrtwende fordert, eine gehörige Erklärungsnot haben wird.
Quelle: europapress.es