Málaga kämpft gegen die Fluten

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Málaga kämpft gegen die Fluten

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Nacht, in der Málaga unter Wasser stand

Wieder einmal zeigt sich, wie verwundbar die Küste ist, wenn der Himmel seine Schleusen öffnet. Rund 30 Mal mussten die Einsatzkräfte in der vergangenen Nacht in Málaga ausrücken, um die Schäden der sintflutartigen Regenfälle zu beseitigen. Wer jetzt von „nur 30 Vorfällen“ spricht, verkennt die Dramatik, die sich hinter dieser Zahl verbirgt: eingeschlossene Menschen in ihren Autos, vollgelaufene Wohnungen und umhergeschleuderte Container. Dass am Ende niemand verletzt wurde, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines bemerkenswert koordinierten Krisenmanagements – und einer gehörigen Portion Glück.

Rettung in letzter Sekunde: Die Bilanz des Ausnahmezustands

Besonders brenzlig wurde es im Tunnel von Peñón del Cuervo, wo eine zehnköpfige Personengruppe in ihren Fahrzeugen festsaß und von der Feuerwehr befreit werden musste. Auch auf der Avenida Salvador Allende und in der Calle Robalo sowie an der Plaza Miramar in El Palo waren Rettungskräfte im Dauereinsatz, um Menschen aus ihren von den Wassermassen eingeschlossenen Autos zu holen. Zwei weitere Rettungsaktionen fanden in Wohnhäusern im Pasaje Amaranto und an der Salvador Allende statt. Die Stadtverwaltung aktivierte daraufhin den Territorialen Notfallplan (Situation 0) – eine Maßnahme, die angesichts der Lage ebenso konsequent wie notwendig war. Kritiker, die hier von Überreaktion sprechen, sollten sich die Bilder der gefluteten Straßen und die Erlebnisse der Betroffenen vor Augen führen. Es ist besser, einmal zu viel zu alarmieren, als einmal zu wenig zu handeln, wenn Menschenleben in Gefahr sind.

Die unterschätzte Gefahr: Mehr als nur nasse Füße

Die Liste der Schäden liest sich wie ein Inventar der Verwundbarkeit: heruntergestürzte Äste, herabstürzende Fassadenteile, ein eingestürzter Teil der Decke im Parkhaus von El Palo und umhergeworfene Müllcontainer, die die Straßen blockierten. Nahezu 100 Anrufe gingen bei der Notrufzentrale 112 und der Feuerwehr ein. Das ist kein „normales“ Unwetter, das man mit einem Achselzucken abtut. Es ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Infrastruktur der Stadt an ihre Grenzen stößt, wenn der Klimawandel mit voller Wucht zuschlägt. Statt die Köpfe in den Sand zu stecken, sollte diese Nacht ein Weckruf sein, die Schwachstellen – von der Kanalisation bis zur Bauvorsorge – endlich entschlossen anzugehen.

Ein Wettlauf gegen die Zeit: Der Kampf geht weiter

Während die Feuerwehr bereits am Morgen Bilanz zog, ist der Einsatz noch lange nicht beendet. Die städtische Reinigungsfirma Limasam kämpft weiterhin gegen die Schlammmassen im Osten der Stadt, während die Wasserwerke Emasa damit beschäftigt sind, aufgerissene Kanaldeckel zu reparieren und Treibgut zu beseitigen. Der Wetterdienst Aemet hat bis Sonntagabend immerhin eine Entwarnung gegeben und nur noch die gelbe Warnstufe für die Region Sol y Guadalhorce ausgegeben. Doch die Erleichterung trügt: Es wäre fahrlässig, jetzt schon von einer Entwarnung zu sprechen. Die Menschen in Málaga wissen, dass die nächste Gewitterzelle schneller kommen kann, als man denkt. Und dann zählt jede Minute, jede vorbereitete Maßnahme – und die Erfahrung, dass man die Natur nicht unterschätzen darf.

Quelle: Informationen basierend auf einem Bericht von Europa Press.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Málaga & Andalusien