Mutter fordert rasches Verfahren nach Todesschlag

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palomares Del Rio

Mutter fordert rasches Verfahren nach Todesschlag

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Appell vor dem vierten Jahrestag

Die Mutter von Jesús Rosado Jiménez schlägt Alarm: Knapp vier Jahre nach dem gewaltsamen Tod ihres Sohnes ist der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter weiterhin nicht terminiert. María del Carmen Jiménez hat nun für den 31. Oktober, den vierten Jahrestag der Tat, zu einer öffentlichen Versammlung in Palomares del Río aufgerufen. Die Familie will nicht nur an den jungen Mann erinnern, sondern auch vor einem möglichen Freilassungsszenario warnen.

Der Beschuldigte sitzt seit März 2023 in Untersuchungshaft. Nach spanischem Recht ist die maximale Dauer der Untersuchungshaft auf vier Jahre begrenzt, wenn eine Haftstrafe von mehr als drei Jahren zu erwarten ist. Sollte die Hauptverhandlung nicht vor März 2027 beginnen, müsste der Mann freigelassen werden. Genau dieses Szenario bereitet der Familie große Sorgen.

Kampf gegen die Zeit

„Wir wollen nicht, dass der Moment kommt und diese Person ohne Urteil auf die Straße geht“, erklärte Jiménez gegenüber der Nachrichtenagentur Europa Press. Sie betonte, dass es der Familie nicht um eine Vorverurteilung gehe, sondern um ein zügiges Verfahren. Die Ermittlungen des zuständigen Gerichts in Coria del Río seien nach fast vier Jahren immer noch nicht abgeschlossen.

Die geplante Kundgebung beginnt um 13:00 Uhr im Parque Jesús Rosado Jiménez, der in der Gemeinde als Gedenkort für den Getöteten angelegt wurde. Geplant sind fünf Schweigeminuten und, sofern es die emotionale Belastung zulässt, die Verlesung eines Manifests. Die Mutter richtete einen ausdrücklichen Appell an die Bürgermeister und Bewohner der umliegenden Gemeinden, sich dem Protest anzuschließen.

Ein Fall, der die Gesellschaft betrifft

Jiménez sieht in dem Fall keine rein private Tragödie. „Die Gewalt, die Jesús das Leben kostete, betrifft uns als Gesellschaft“, sagte sie. Sie wies zugleich darauf hin, dass ihr Kampf nicht gegen die Justiz gerichtet sei, sondern für eine rechtzeitige Justiz. Mit jedem Monat des Wartens wüchsen Schmerz und Verunsicherung – die Familie lebe in einem Zustand der Ungewissheit zwischen Trauer um den Verstorbenen und Angst vor einem möglichen Freilassung des Angeklagten.

Der 18-jährige Jesús Rosado Jiménez war in der Halloween-Nacht 2022 auf dem Heimweg in Palomares del Río angegriffen worden und erlag seinen Verletzungen. Der Fall soll vor einem Schwurgericht verhandelt werden, was zusätzliche organisatorische Vorbereitungen erfordert. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, bleibt die Verfahrensdauer der zentrale Streitpunkt für die Hinterbliebenen.


Quelle: europapress.es

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