
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Murcia plant kabelosen Straßenbahnausbau
Projektstatus und Finanzierung
Die südostspanische Stadt Murcia treibt den Ausbau ihres Straßenbahnnetzes voran. Wie die Kommunalverwaltung mitteilte, hat die Stadtregierung den finalen Bauentwurf für die Verlängerung der Linie bis zum Verkehrsknotenpunkt El Carmen gebilligt. Das Dokument wurde nun an die Zentralregierung in Madrid sowie die Regionalregierung der Region Murcia übermittelt, um die vereinbarten Finanzierungsvereinbarungen abzuschließen.
Technische Details und Streckenverlauf
Der neue Abschnitt erstreckt sich über circa 1,9 Kilometer. Die Trasse startet an der Plaza Circular, führt entlang der Avenida de la Constitución, über die Gran Vía Escultor Salzillo, den Puente Viejo, weiter durch Canalejas, die Alameda de Colón und endet schließlich an der Marqués de Corvera, unmittelbar vor dem Eisenbahnbahnhof El Carmen. Vier neue Haltestellen sind geplant: San Esteban, Las Flores, Floridablanca sowie die Plaza Elíptica, letztere nahe der Kreuzung mit der Calle Industria und den Bahnzugängen gelegen.
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Die gesamte Trasse wird zweigleisig ausgeführt und erhält barrierefreie Bahnsteige mit einer Länge von 65 Metern, ausgelegt für den Betrieb doppelter Fahrzeugeinheiten. In der Hauptverkehrszeit sollen die beiden künftigen Linienäste, die in El Carmen enden, jeweils im Zehnminutentakt verkehren, sodass gemeinsam ein Fünfminutentakt zwischen dem Bahnhof und der Plaza Circular entsteht.
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Batteriesystem statt Oberleitung
Ein zentrales Element des Vorhabens ist der Verzicht auf eine konventionelle Oberleitungsinfrastruktur entlang der kompletten neuen Strecke.Ein Hybridsystem aus bord eigenen Batterien und einer Stromschiene im Boden soll die Fahrzeuge mit Energie versorgen. Damit sollen Masten und Freileitungen etwa im Bereich der Gran Vía oder auf der historischen Brücke Puente Viejo vermieden werden. Die Gleisebene wird in die bestehenden Busspuren integriert, wodurch Fußgängerzonen und der allgemeine Autoverkehr unangetastet bleiben sollen. Zudem verspricht das Konzept den Erhalt des Baumbestands; eine priorisierte Ampelschaltung soll für einen stabilen Betriebsablauf sorgen.
Brückensanierung als Teil des Projekts
Das Bauvorhaben umfasst auch die grundlegende Instandsetzung der Puente de los Peligros, einer historischen Brücke über den Fluss Segura. Um die Struktur zu schonen, wird die Straßenbahntrasse auf einer unabhängigen Fahrbahnplatte verlegt, die auf den Widerlagern und dem mittleren Pfeiler ruht, nicht auf den historischen Gewölben. Die Arbeiten beinhalten eine strukturelle Konsolidierung, die Restaurierung der Steinquader und Geländer sowie Maßnahmen zur Verbesserung von Abdichtung und Entwässerung.Eine neue Beleuchtung und die Sicherung historischer Elemente wie Inschriften oder einer Pegelskala runden das Sanierungskonzept ab.
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Planungsprozess und Ausblick
Dem finalen Entwurf gingen laut Stadtverwaltung etwa zwei Jahre technischer Vorbereitung unter Federführung der städtischen Entwicklungsgesellschaft Urbamusa voraus. Im Rahmen der Planung wurden vier verschiedene Routenvarianten untersucht und umfassende technische Studien erstellt. Bei der Auswahl der bevorzugten Lösung spielten auch künftige Netzerweiterungen eine Rolle: Geplant sind perspektivisch Verbindungen nach El Palmar, zum Universitätsklinikum Virgen de la Arrixaca sowie zum Campus der Gesundheitswissenschaften, die in einem Protokoll mit der Regionalregierung vereinbart wurden, wie die Stadt mitteilte.
Quelle: europapress.es