
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Murcia: Hohe Armutsquote trotz Fortschritten
Die Region Murcia kämpft weiterhin mit überdurchschnittlich hohen Armutszahlen. Laut dem aktuellen Bericht des Europäischen Netzwerks gegen Armut (EAPN) sind rund 515.000 Menschen, das sind 32,5 Prozent der Bevölkerung, von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Damit liegt die Region 6,8 Prozentpunkte über dem spanischen Durchschnitt von 25,7 Prozent und belegt den dritten Platz im Ländervergleich, hinter Andalusien (34,7 %) und Kastilien-La Mancha (34,0 %).
Besonders deutlich wird die prekäre Lage beim Blick auf die monatlichen Budgets: 55,1 Prozent der Befragten geben an, nur schwer über die Runden zu kommen. Dieser Wert gehört zu den schlechtesten im ganzen Land. Auch die durchschnittliche Pro-Kopf-Renteneinkommen in der Region sind mit 12.554 Euro pro Jahr die niedrigsten in ganz Spanien und liegen rund 3.000 Euro unter dem landesweiten Mittel von 15.620 Euro.
Der Bericht zeigt einen leichten Rückgang bei der sogenannten strengen Armut. Lag die Quote hier im Vorjahr noch bei 11,7 Prozent, sind es 2025 nur noch 11,2 Prozent. Dennoch lebt mehr als jeder Zehnte in einem Haushalt mit einem monatlichen Einkommen von maximal 679 Euro pro Person.
Ungleiche Betroffenheit
Die Zahlen verdeutlichen, dass bestimmte Gruppen besonders stark betroffen sind. So liegt die Armutsrisikoquote bei Frauen mit 34,1 Prozent höher als bei Männern. Besonders alarmierend ist die Lage von Kindern und Jugendlichen: 44,6 Prozent der Minderjährigen in der Region Murcia sind von Armut oder Ausgrenzung bedroht. Auch Arbeitslose sind mit einer Quote von 57,2 Prozent überdurchschnittlich stark betroffen, ebenso wie Menschen mit Behinderung (36,1 %).
Im Vergleich zum Jahr 2015, das als Referenz für die Agenda-2030-Ziele dient, hat sich die Gesamtsituation in der Region zwar verbessert. Die Zahl der Betroffenen sank um rund 61.000 Menschen. Das entspricht einem Rückgang von 39,3 auf 32,5 Prozent. Trotz dieser Fortschritte ist das Ziel, die Armutsrate bis 2030 zu halbieren, in weiter Ferne. Auch die Einkommenssituation bleibt problematisch: Gemessen an der Kaufkraft hat die Region das Niveau von 2008 noch immer nicht wieder erreicht, wie die EAPN in ihrem Bericht anmerkt.
Mietkosten als größter Risikofaktor
Ein genauerer Blick auf die Lebensumstände zeigt, dass die Wohnkosten einen entscheidenden Einfluss haben. Wer zur Miete wohnt, ist mit einer Armutsquote von 48,2 Prozent besonders häufig betroffen – fast jeder Zweite. Das eigene Zuhause scheint dagegen ein Schutzfaktor zu sein. Auch die Fähigkeit, unerwartete Rechnungen zu bezahlen, fehlt fast der Hälfte der Bevölkerung (47,9 %). Mehr als jeder Zehnte kann sich nicht einmal einmal im Monat Treffen mit Freunden oder Familie leisten.
Wie die Tageszeitung La Verdad unter Berufung auf den aktuellen EAPN-Bericht berichtet, verschlechterten sich im vergangenen Jahr neun von zwölf untersuchten Indikatoren zur materiellen Entbehrung. Die Datenlage für 2025 zeichnet damit ein gemischtes Bild: Zwar gibt es Fortschritte gegenüber der Vergangenheit, doch die Region Murcia bleibt eines der Schlusslichter im spanischen Wohlstandsvergleich.
Quelle: europapress.es