Murcia fürchtet Abgleiten in den Schmuggelkreislauf

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Cartagena

Murcia fürchtet Abgleiten in den Schmuggelkreislauf

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Kritik an Personalmangel und Einsatzbereitschaft

Die berufliche Interessenvertretung der Guardia Civil, JUCIL, hat die Sicherheitslage an der Küste der Region Murcia scharf kritisiert. Wie die Organisation mitteilt, drohe das Gebiet um Cartagena zum bevorzugten Operationsgebiet für kriminelle Netzwerke zu werden, die sowohl mit Drogen als auch mit der Schleusung von Menschen handeln. Die Behörden vor Ort seien der wachsenden Bedrohung nicht gewachsen.

Im Zentrum der Vorwürfe steht der Vorwurf einer systematischen Unterbesetzung. JUCIL spricht von einem „Durchlauferhitzer" für illegale Aktivitäten, der durch fehlende Einsatzmittel und eine zunehmende Gewaltbereitschaft der Täter begünstigt werde. Die Aussagen des Delegierten der Zentralregierung, Francisco Lucas, der die Ressourcenlage erst kürzlich als ausreichend bezeichnet hatte, bezeichnen die Beamtenvertreter als „institutionelle Fiktion".

Provisorische Lösungen statt nachhaltiger Strategie

Die Kritik richtet sich nicht nur gegen die Personalstärke, sondern auch gegen die Ausstattungspolitik des Innenministeriums. Die Umsetzung von Patrouillenbooten aus anderen Regionen wie Andalusien oder Katalonien sowie die kurzfristige Reparatur älterer Einheiten sehen die Beamtenvertreter als bloße Übergangslösungen an. Diese Praxis schwäche die Sicherheitsvorkommen an anderen Küstenabschnitten, ohne der betroffenen Region dauerhaft zu helfen.

Besonders besorgniserregend sei die Lage bei nächtlichen Einsätzen. Wie JUCIL berichtet, kam es erst in der Vorwoche zu einem beinahe folgenschweren Zwischenfall, bei dem zwei Beamte nur durch Glück einen Rammstoß von Kriminellen überlebten. Verstärkung habe nicht rechtzeitig eintreffen können, da sich die verfügbaren Kollegen gleichzeitig um die Sicherung einer gefährdeten Frau in einem anderen Teil des Zuständigkeitsbereichs kümmern mussten.

Folgen für die öffentliche Ordnung

Die angespannte Situation habe laut JUCIL auch soziale Auswirkungen. Durch die Überlastung der Behörden entstehe ein Teufelskreis: Viele der irregulär eingereisten Erwachsenen würden nach ihrer Erfassung ohne Unterstützung und Perspektiven in der Gesellschaft zurückgelassen. Dies berge ein erhöhtes Konfliktpotenzial für die Sicherheit der Bevölkerung.

Die Organisation fordert daher nicht nur eine deutliche Aufstockung der Planstellen für die Guardia Civil in der Region, sondern auch die dauerhafte Zuweisung moderner Ausrüstung. Nur so könne verhindert werden, dass die Region Murcia endgültig zum Rückzugsgebiet für organisierte Kriminalität werde.


Quelle: europapress.es

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