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Murcia-Film feiert Premiere in Gijón
Ein stiller Triumph für die Region
Während die großen Filmstudios dieser Welt auf digitale Kulissen und CGI-Effekte setzen, beweist ein kleines Projekt aus dem Südosten Spaniens, dass das Kino noch immer von der Magie echter Orte lebt. „Las mantis", das neue Werk des Regisseurs Didac Gimeno, wurde nicht in einem sterilen Studio in Madrid oder Barcelona abgedreht, sondern in den rauen Landschaften von Moratalla. Und genau diese Entscheidung zahlt sich nun aus: Der Film wurde in die offizielle Sektion „Retueyos" des 64. Internationalen Filmfestivals von Gijón eingeladen.
Ein Sprungbrett namens Gijón
Die Bedeutung dieser Einladung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das Festival in Asturien genießt den Ruf, ein feines Händchen für Entdeckungen abseits des Mainstreams zu haben. Für eine Koproduktion dieser Größenordnung ist die Selektion in Gijón weit mehr als nur eine weitere Station auf der Festivalroute – sie ist das Sprungbrett in die nationale und internationale Wahrnehmung.
Bereits im Vorfeld hatte das Projekt für Aufsehen gesorgt. Ein erster Zusammenschnitt wurde im prestigeträchtigen Rahmen des Marché du Film in Cannes präsentiert, jener Branchenmesse, auf der über die Zukunft von Filmen entschieden wird. Auch in Locarno war man auf das Werk aufmerksam geworden. Doch Gijón ist nun der Moment der Wahrheit: Hier wird sich zeigen, ob „Las mantis" das Publikum und die Kritik gleichermaßen überzeugen kann.
Kluges Investment statt blinde Subvention
Manuel Cebrián, Generaldirektor des Instituts für Kulturindustrien und Künste der Region Murcia, versteht es treffend, den strategischen Wert dieser Auswahl zu betonen. „Las mantis" sei eines jener Projekte, die man gezielt für Dreharbeiten in der Region unterstützt habe, und dessen Macher nun intensiv an der nationalen und internationalen Vermarktung arbeiten, ließ er wissen. Diese Haltung ist bemerkenswert, denn allzu oft verpuffen öffentliche Fördermittel in Projekten, die nach ihrer Premiere nie wieder gesehen werden.
Hier hingegen zeigt sich ein anderes Bild: Die Unterstützung der Region Murcia, konkret durch die Film Commission und die Anreizlinie des Kulturinstituts, hat einen Film ermöglicht, der nun auf Augenhöhe mit den besten Independent-Produktionen des Landes konkurriert. Dass sich mit Wild Lemon Films eine lokale Produktionsfirma an dem Projekt beteiligt und mit La7 TV auch der regionale Sender mit an Bord ist, unterstreicht den nachhaltigen Effekt dieser Kulturpolitik.
Die Geschichte von „Las mantis" erzählt von der jungen Aitana, die nach dem Tod ihrer Mutter den Sommer bei ihren Verwandten verbringt. Dort begegnet sie ihrem Cousin Lope, einem eigenbrötlerischen Jungen mit einer obsessiven Faszination für Geister. Als Aitana sich nach einem heftigen Streit im Wald verirrt und auf einen Führergeist trifft, öffnet sich eine fantastische Welt.
Die Koproduktion zwischen Spanien und Argentinien vereint ein beachtliches Netzwerk an Partnern: Mgc von den Kanaren, El Médano aus Madrid, Motoneta Cine aus Argentinien und DarkStudios. Unterstützt wird das Projekt zudem vom spanischen Filmförderinstitut ICAA sowie vom argentinischen Filminstitut INCAA. Finanziert wird der Film laut Informationen des Branchendienstes Europa Press auch durch die Region Murcia und das Gobierno de Canarias.
Ein starkes Signal für die Provinz
Man darf gespannt sein, wie das Publikum in Gijón auf diesen Fantasy-Stoff reagieren wird. Klar ist jedoch schon jetzt: Die Entscheidung der Produzenten, in Moratalla zu drehen, und die Weitsicht der regionalen Förderer, dieses Risiko einzugehen, zahlen sich aus. Während andere Regionen um die Gunst großer Streaming-Produktionen buhlen, setzt Murcia auf die nachhaltige Entwicklung lokaler Talente und die Vermarktung seiner authentischen Kulissen. Das ist nicht nur lobenswert, sondern letztlich auch der intelligentere Weg. Die Premiere in Gijón vom 13. bis 21. November ist der erste Beleg für den Erfolg dieser Strategie. Der Kinostart von „Las mantis" in Spanien ist für 2026 geplant.
Quelle: europapress.es