Moreno mobilisiert für den Machtwechsel

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Sevilla

Moreno mobilisiert für den Machtwechsel

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Der andalusische Regierungschef und PP-Landesvorsitzende Juanma Moreno hat seine Partei auf den Wahlkampf für die vorgezogenen Parlamentswahlen am 29. November eingeschworen. Bei einer Sitzung des Regionalvorstands in Sevilla kündigte er an, dass Generalsekretär Antonio Repullo die Kampagne koordinieren werde. Moreno zeigte sich zuversichtlich, dass seine Formation ihre Position als stärkste Kraft in der Region verteidigen und so den Weg für einen Regierungswechsel in Spanien ebnen kann.

Wahlkampf als historische Bewährungsprobe

Moreno bezeichnete den anstehenden Wahlkampf als "intensiv und komplex", sprach aber zugleich von einer historischen Dimension für die Zukunft des Landes. Er verwies darauf, dass die andalusische Bevölkerung seiner Partei in den vergangenen fünf Wahlgängen mehrheitlich das Vertrauen ausgesprochen habe. Nun gelte es, diese "soziale Mehrheit" zu erneuern. Gerade aus der bevölkerungsreichsten Region Spaniens, die die meisten Abgeordneten ins Parlament entsendet, solle eine Alternative zur bisherigen Regierungskoalition entstehen. Die laufende Legislaturperiode habe sich für Andalusien als "schwierig" erwiesen.

Als Kontrastprogramm kündigte Moreno an, dass die Haushaltspläne der Region für 2027 trotz des parallel laufenden Wahlkampfs termingerecht vorgelegt würden. Die Schwerpunkte lägen auf öffentlichen Dienstleistungen, Wohnungsbau und der Unterstützung von Familien und Unternehmen. Zudem wolle man die Steuerlast senken.

Kritik an Sánchez und der Zentralregierung

In Richtung des amtierenden Ministerpräsidenten Pedro Sánchez wurde Moreno deutlich. Er warf ihm vor, bei einem anstehenden Besuch in Dos Hermanas bei Sevilla ohne konkrete Projekte für die Provinz aufzutauchen – weder bei Bahninfrastruktur noch beim Wohnungsbau habe die Regierung geliefert. "Das ist der Unterschied zwischen einer Regierung, die verwalten will, und einer, die nur ums Überleben kämpft", so Moreno. Auch die ausstehenden gesamtstaatlichen Haushalte thematisierte er erneut.

Besonders scharf kritisierte er das geplante neue Finanzierungsmodell für die Regionen. Dieses sei auf die Interessen des katalanischen Separatismus zugeschnitten und benachteilige Andalusien erheblich. Darüber hinaus monierte er die aus seiner Sicht unzureichende Bekämpfung von Drogenhandel und organisierter Kriminalität durch das Innenministerium sowie die anhaltenden Probleme im Schienenverkehr der Region. Auch die Aufarbeitung des schweren Zugunglücks von Adamuz in der Provinz Córdoba sei bis heute nicht zufriedenstellend.

Appell an die eigene Partei

Moreno forderte seine Parteifreunde auf, in den kommenden Wochen verstärkt auf die Straße zu gehen – nicht für Proteste, sondern um Überzeugungsarbeit zu leisten. Es gehe darum, "Anstand zurück in die Regierung" zu bringen und Institutionen wieder Glaubwürdigkeit zu verleihen. Gleichzeitig wandte er sich an unzufriedene Sozialdemokraten: Viele Sozialisten schämten sich für das Vorgehen von Sánchez. Deren Projekt lasse sich nur retten, wenn er gehe.

Das Ziel der Volkspartei sei es, den Wählern ein klares und starkes Ergebnis zu liefern, das einen echten Wechsel ermögliche. "Spanien den Spaniern zurückzugeben" sei die zentrale Aufgabe, die über Parteiinteressen stehe. Moreno zeigte sich überzeugt, dass Andalusien einen entscheidenden Beitrag dazu leisten könne.

Am Rande der Sitzung bezog Moreno auch Stellung zu einem Bericht der Zentralen Ermittlungseinheit (UCO), der an den Richter der Nationalen Audienz, Santiago Pedraz, weitergeleitet wurde. Darin soll eine Zeugin ausgesagt haben, dass die sogenannte Leire-Affäre Kontakt zu ihr aufgenommen habe. Dabei sei die Rede davon gewesen, die Ermittlungsrichterin Beatriz Biedma aus Badajoz, die gegen David Sánchez, den Bruder von Pedro Sánchez, ermittelt, "zu beseitigen". Wie Europa Press berichtet, äußerte sich Moreno nicht direkt zu dem Inhalt, der als schwerwiegend gilt und die politische Debatte weiter anheizen dürfte.


Quelle: europapress.es

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