Mietangebot schrumpft um rund 390.000 Wohnungen

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Madrid

Mietangebot schrumpft um rund 390.000 Wohnungen

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Angebotseinbruch binnen sieben Jahren

Die ohnehin angespannte Lage auf dem spanischen Wohnungsmarkt hat sich weiter zugespitzt. Laut einer aktuellen Auswertung des Immobilienportals Idealista, die auf eigenen Inseratsdaten basiert, ist die Zahl der angebotenen Dauerwohnungen innerhalb von sieben Jahren drastisch gesunken. Waren es im Jahr 2018 noch rund 902.600 Objekte, die zur dauerhaften Anmietung ausgeschrieben waren, registrierte das Portal im laufenden Jahr lediglich 510.091 Inserate. Das entspricht einem Rückgang von 44 Prozent. Umgerechnet bedeutet das einen Verlust von fast 393.000 Wohneinheiten, wie das Portal am Mittwoch mitteilte.

Großstädte als Brennpunkte des Rückgangs

Die Analyse der regionalen Daten offenbart eine klare Konzentration des Schwunds auf die bevölkerungsreichsten Gebiete. Mehr als 60 Prozent des gesamten Angebotsrückgangs entfallen auf die vier größten Städte des Landes. Madrid verzeichnet dabei den höchsten absoluten Verlust: Die Zahl der inserierten Mietwohnungen in der Hauptstadtregion sank binnen sieben Jahren um mehr als 137.000 auf nur noch 115.031 Angebote. Dies entspricht einem Minus von 54 Prozent.

Noch gravierender fällt der relative Rückgang in Katalonien aus. Hier reduzierte sich das Angebot um 71 Prozent auf lediglich noch 50.412 Mietobjekte. Vor sieben Jahren waren es noch mehr als 174.000. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Preisen wider, die in beiden Regionen über dem landesweiten Durchschnitt von 14,4 Euro pro Quadratmeter liegen. In der Hauptstadt liegen die geforderten Mieten bei durchschnittlich 20,3 Euro pro Quadratmeter, in der katalanischen Metropole bei 15,4 Euro. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung bedeutet dies monatliche Kosten von rund 1.400 Euro in Madrid und etwa 1.100 Euro in Barcelona.

Kaum Regionen mit Ausnahmen

Auch in anderen Teilen des Landes ist die Angebotsverknappung deutlich spürbar. Andalusien verlor innerhalb des Untersuchungszeitraums 34.403 Mietinserate, die Valencianische Gemeinschaft 14.499. In Galicien, dem Baskenland und Asturien fiel die Zahl der angebotenen Wohnungen jeweils um mehr als 10.000. Als einzige Region konnte die Rioja einen – wenn auch moderaten – Zuwachs verzeichnen. Dort stieg die Zahl der angebotenen Mietwohnungen um 282 Objekte. Damit fällt die Region klar aus dem landesweiten Trend heraus.

Verlagerung in Grauzone des Marktes

Die Marktdaten der Immobilienportale belegen seit längerem nicht nur einen Rückgang bei Dauer-Mietangeboten, sondern auch einen signifikanten Anstieg bei befristeten Mietverträgen. Diese Form des Mietens ist zwar ursprünglich für vorübergehende Wohnbedürfnisse gedacht, etwa bei einem berufsbedingten Umzug über wenige Monate. In der Praxis wird diese Vertragsform jedoch zunehmend genutzt, um strengere Regulierungen für unbefristete Mietverhältnisse zu umgehen und höhere Preise durchzusetzen – mitunter auch missbräuchlich als Ersatz für normale Mietverhältnisse.

Erst in der vergangenen Woche hat die Regierung einen Vorstoß unternommen, diese Praxis einzudämmen. Ein entsprechendes Dekret zur Verschärfung der Regeln für Kurzzeitvermietungen und möblierte Zimmer scheiterte zunächst im Kongress und wurde anschließend vom Ministerrat erneut verabschiedet. Die zunehmende Abwanderung von Wohnraum in die Kategorie der Saisonvermietung ist jedoch nur ein Teil des Problems. Marktbeobachter verweisen zudem darauf, dass Wohnungen angesichts der hohen Nachfrage mittlerweile so schnell vermietet werden, dass sie teilweise gar nicht erst in den Online-Portalen auftauchen.

Dramatische Lage in den Metropolen

Besonders tief ist der Einschnitt in den spanischen Millionenstädten. Die Hauptstadt hat im Vergleich zu 2018 sage und schreibe 117.558 Mietinserate verloren. Waren damals über 202.000 Wohnungen inseriert, sind es heute nur noch 84.926. In Barcelona ist die Lage noch drastischer: Hier fiel das Angebot um 83 Prozent – von 113.853 Angeboten im Jahr 2018 auf nur noch 19.723 im laufenden Jahr. Ein Minus von annähernd 94.000 Objekten. Auch in Valencia und Sevilla ging die Zahl der Inserationen massiv zurück: um 18.465 beziehungsweise 12.265 Anzeigen.

Vereinzelt Wachstum in kleineren Städten

Gegenläufige Entwicklungen sind vor allem in kleineren Städten im Landesinneren zu beobachten. Jaén verzeichnet einen Zuwachs von 488 zusätzlichen Mietangeboten, gefolgt von Castellón mit 328 und Palencia mit 191 neuen Inseraten. Auch Logroño und Ávila melden leichte Anstiege. Rückschlüsse auf eine Entspannung des regionalen Marktes lassen diese Zahlen allerdings kaum zu, da das Gesamtangebot in diesen Städten mit lediglich 1.000 bis 2.000 verfügbaren Wohnungen außerordentlich gering ausfällt.

Wie das Immobilienportal Idealista auf Basis seiner eigenen Zahlen berichtet, zeigt sich damit ein klarer Trend: Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage auf dem spanischen Mietmarkt hat sich vor allem in den Ballungszentren weiter geöffnet, während periphere Regionen eine nur untergeordnete Rolle spielen.


Quelle: 20minutos.es

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