
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Metro Sol bleibt vorerst geschlossen
Bahnhof nach Ammoniak-Fund dicht
Die Madrider Metrostation Sol ist seit Freitagmittag für den Verkehr gesperrt. Wie die Regionalregierung mitteilte, seien in den Lüftungsschächten der Station erhöhte Ammoniakwerte gemessen worden. Ursache seien Urin, Fäkalien und andere organische Rückstände, die sich durch das Protestcamp in der Puerta del Sol angesammelt hätten. Die Gesundheitsvorsorge des Verkehrsunternehmens habe deshalb die sofortige Stilllegung angeordnet, um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.
Die Sperrung trat um 12:15 Uhr in Kraft. Betroffen sind alle drei U-Bahn-Linien, die den zentralen Knotenpunkt anfahren. Fahrgäste müssen auf umliegende Stationen ausweichen. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, ist offen. Zuvor hatten Gewerkschaften und die Arbeitsschutzabteilung auf die untragbaren hygienischen Zustände in den Belüftungsanlagen hingewiesen.
Streit um Zuständigkeiten
Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso machte in einer Radiosendung keinen Hehl aus ihrer Verärgerung. Die Situation im Zentrum Madrids sei unerträglich, Geschäfte und Restaurants litten massiv unter dem Protestcamp. Sie richtete scharfe Vorwürfe an Ministerpräsident Pedro Sánchez, der die Stadt „bewusst blockieren“ wolle. Wie die Zeitung El País berichtet, hat die Region inzwischen ein weiteres Schreiben an die Zentralregierung geschickt und fordert die Räumung des Camps.
Verkehrsminister Jorge Rodrigo argumentiert, dass die Reinigungstrupps die Lüftungsschächte nicht erreichen können. Die Zugangsgitter auf dem Platz seien von den protestierenden Personen blockiert. Eine normale Reinigung sei daher unmöglich. Der Verkehrsbetrieb betonte, man habe bereits mit den Reinigungsarbeiten begonnen, sobald der Zugang möglich sei.
Gewerkschaften widersprechen Regierung
Die Gewerkschaften CC.OO., UGT und Solidaridad Obrera distanzierten sich jedoch deutlich von der offiziellen Darstellung. Sie hätten den Schließungsbefehl nicht gefordert und seien von den angeblichen Messergebnissen erst durch die Presse informiert worden. Die für solche Fälle üblichen Protokolle seien nicht eingehalten worden. Die Gewerkschaften betonen, sie hätten keine Kenntnis über die behaupteten Messwerte und grenzen sich von der Entscheidung ausdrücklich ab.
Während die U-Bahn-Station geschlossen ist, bleibt der Bahnhof der Vorortzüge (Cercanías) geöffnet. Renfe erklärte, man habe keine Gesundheitsprobleme in den eigenen Bereichen festgestellt. Der Haupteingang „La Ballena“, der in der Verantwortung von Cercanías liegt, sei nicht betroffen. Trotz der Proteste auf dem Platz verkehren die Linien C-3 und C-4a sowie C-4b nach regulärem Fahrplan – vorausgesetzt, es kommt nicht doch noch zu einer behördlichen Schließung wegen Sicherheitsbedenken. In der Vergangenheit wurde der Zugang bei Großveranstaltungen oder Demonstrationen wiederholt vorsorglich gesperrt.
Quelle: europapress.es