Messertod in Carabanchel als Femizid bestätigt

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Madrid

Messertod in Carabanchel als Femizid bestätigt

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Mordfall im Oktober nun offiziell als geschlechtsspezifische Gewalt eingestuft

Das spanische Ministerium für Gleichstellung hat den gewaltsamen Tod einer 52-jährigen Frau im Madrider Stadtteil Carabanchel nun offiziell als Femizid anerkannt. Die Frau war bereits am 20. Oktober im Treppenhaus einer Wohnanlage attackiert worden. Wie die zuständige Behörde am Donnerstag mitteilte, erlag die gebürtige Guatemaltekin ihren schweren Verletzungen, nachdem sie fünf Messerstiche erlitten hatte.

Die Nationalpolizei hatte noch am selben Tag einen 59-jährigen spanischen Staatsbürger als mutmaßlichen Täter festgenommen. Nach Angaben des Ministeriums handelte es sich bei den beiden um ein ehemaliges Liebespaar. Eine vorherige Anzeige wegen Gewalt gegen die Frau durch den Festgenommenen liegt demnach nicht vor. Die Verstorbene hinterließ keine minderjährigen Kinder.

Reanimation vor Ort, Tod im Krankenhaus

Durch die Stichverletzungen an mehreren Körperregionen erlitt das Opfer eine extreme Blutung. Als Rettungskräfte an dem Tatort eintrafen, befand sich die Frau bereits in einem Kreislaufstillstand. Die Notfallsanitäter leiteten umgehend Wiederbelebungsmaßnahmen ein und konnten den Herzschlag zunächst erfolgreich wiederherstellen. Im Anschluss wurde das Opfer in kritischem Zustand in das Krankenhaus 12 de Octubre gebracht, wo die Ärzte letztlich nur noch den Tod feststellen konnten.

Mit der neuen Bestätigung steigt die Zahl der offiziell erfassten Femizide in Spanien im laufenden Jahr auf 43. Seit Einführung der Statistik im Jahr 2003 starben damit 1.384 Frauen durch männliche Gewalt im partnerschaftlichen oder familiären Kontext.

Politischer Appell nach neuem Todesfall

Sowohl Gleichstellungsministerin Ana Redondo García als auch die Regierungsdelegierte gegen geschlechtsspezifische Gewalt, Carmen Martínez Perza, zeigten sich tief betroffen. Sie äußerten ihre „entschiedenste Verurteilung“ der Tat und sprachen den Angehörigen und dem Freundeskreis des Opfers ihre Unterstützung aus. In einer ersten Reaktion appellierten beide an die staatlichen Institutionen und die Verwaltungen, aber auch an die Gesellschaft als Ganzes, die Präventionsarbeit zu intensivieren. Ziel sei es, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen.

Die Behörden verweisen im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall erneut auf Hilfsangebote. Das kostenlose Telefon 016 des Gleichstellungsministeriums ist rund um die Uhr erreichbar, auch für Menschen aus dem Umfeld von Betroffenen. Zusätzlich stehen Hilfesuchende über die Mailadresse oder den Messenger-Dienst WhatsApp unter der Nummer 600 000 016 mit Beratern in Kontakt treten. Ein Online-Chat über die Webseite der Behörde ergänzt das Beratungsangebot.

Juristische Auskünfte gibt es werktäglich zwischen 8 und 22 Uhr, die Beratung läuft in 53 Sprachen und ist auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung ausgelegt. Für akute Notlagen gelten weiterhin die Notrufnummern 112, 091 und 062. Zudem weisen die Behörden auf die App ALERTCOPS hin, über die sich Gefährdete mit einem Signal an die Einsatzkräfte wenden können, inklusive Standortübermittlung.


Quelle: axarquiaplus.es

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