
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Maíllo schließt Rufián als Frontmann aus
Der Föderale Koordinator von Izquierda Unida (IU), Antonio Maíllo, hat die Rollenverteilung für die linke Wahlallianz Frente Amplio zur vorgezogenen Parlamentswahl am 29. November präzisiert. In einem Interview mit dem andalusischen Sender Canal Sur Televisión, über das die Nachrichtenagentur Europa Press berichtet, erklärte Maíllo am Mittwoch, dass die frühere Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, in seinen Augen die geeignetste Person sei, um das Bündnis in den Wahlkampf zu führen. Gleichzeitig erteilte er dem katalanischen Republikaner Gabriel Rufián eine klare Absage.
Klare Absage an Rufián
"Die Sache mit Gabriel Rufián ist Schnee von gestern; er sagt zwar, er wolle mit anpacken, aber er wird offensichtlich nicht Kandidat dieses Frente Amplio", stellte Maíllo unmissverständlich klar. Damit zerstreute der IU-Chef erneut Spekulationen, wonach der Abgeordnete von ERC, der zuletzt mit der Podemos-Politikerin Irene Montero ein eigenes Wahlbündnis angekündigt hatte, für die neue Allianz eine Rolle spielen könnte.
Nach Ansicht Maíllos sei Colau hingegen die ideale Besetzung für das Spitzenamt, da sie "sowohl von den Organisationen des Frente Amplio akzeptiert wird als auch von anderen Gruppierungen, die möglicherweise beitreten könnten, wohlwollend betrachtet wird". Dies hätten diese zwar nicht öffentlich erklärt, doch es sei bekannt, so der IU-Funktionär weiter.
Werben um Geschlossenheit
Der IU-Bundeskoordinator betonte, dass seine Formation "diskret, aber effizient" daran arbeite, eine möglichst breite Koalition der Linken zu schmieden. Nur ein gemeinsames Auftreten könne den "entscheidenden Unterschied" machen, um die konservativen Kräfte bei der Wahl Ende November zu stoppen. In Bezug auf die separate Ankündigung von Montero und Rufián zeigte er sich versöhnlich: "Sie sind souverän in ihrer Bündnispolitik, haben aber die Tür für Gespräche nicht zugeschlagen." In den verbleibenden Tagen bis zur Registrierung der Koalitionen wolle man über gemeinsame politische Inhalte sprechen.
Maíllo unterstrich die Transparenz seiner Seite: "Wir wollen die Summe möglichst vieler Organisationen." Niemand habe ihm bislang erklären können, warum ein getrennter Wahlantritt effektiver sein solle als ein gemeinsamer.
Enttäuschung über erhofften Brückenbauer
Auf die Frage, ob er jemals auf Rufián als Sammelfigur gesetzt habe, antwortete Maíllo, man sei bei IU stets davon ausgegangen, dass dieser eigene Wege gehen werde. Die Enttäuschung liege wohl eher bei jenen Bürgern, die sich vom Kandidaten aus Katalonien mehr erhofft hätten. Entscheidend sei nun aber, dass mit Ada Colau eine Führungspersönlichkeit den Schritt nach vorne gewagt habe.
Maíllo verweist auf Amt in Sevilla
Persönliche Ambitionen für die Spitzenkandidatur wies Maíllo erneut zurück. Zwar hätten ihn einige dazu ermutigt, doch bleibe er seiner Rolle als parlamentarischer Sprecher von Por Andalucía im südspanischen Regionalparlament treu. Dies sei eine Frage der "Kohärenz" mit seiner Entscheidung vom Mai, als er die Regionalwahlkampagne in Andalusien anführte.
Zu Personalien innerhalb der eigenen Reihen ließ der IU-Chef durchblicken, dass der andalusische Landeskoordinator Toni Valero gute Chancen habe, auf einem der vorderen Listenplätze für den Congreso de los Diputados zu kandidieren. Dessen Verwurzelung in der Region lege eine Kandidatur über eine andalusische Provinz nahe, schränkte Maíllo jedoch ein, dass dies keine Pflicht sei.
Quelle: europapress.es