Angeklagter vor Prozessbeginn angeschossen
Ein geplanter Mordprozess vor einem Schwurgericht in Málaga ist abrupt ins Stocken geraten. Der Grund: Einer der drei Angeklagten wurde nur Stunden vor der geplanten Eröffnung der Hauptverhandlung durch Schussverletzungen schwer verletzt.
Verhandlung auf November verschoben Das Verfahren, das eigentlich diese Woche hätte beginnen sollen, musste zunächst vertagt werden, nachdem der betroffene Angeklagte am Montag mitgeteilt hatte, er sei in einer Notaufnahme gewesen. Die Situation eskalierte, als bekannt wurde, dass er in der Nacht zuvor tatsächlich angeschossen worden war. Das Gericht sah sich daraufhin gezwungen, die Verhandlung auf mindestens November zu verschieben – eine Unterbrechung von rund einem halben Jahr. Das bestätigte das Tribunal Superior de Justicia de Andalucía am Dienstag.
Der 35-Jährige war in der Ortschaft Zalea in der Gemeinde Pizarra attackiert worden. Nach einem Notruf rückten Einheiten der Guardia Civil, der Lokalpolizei und Rettungsdienste aus. Der Verletzte wurde vom Ort des Geschehens in das Hospital Clínico von Málaga gebracht.
Hintergrund: Tödlicher Schusswechsel in Marbella Der nun unterbrochene Prozess dreht sich um einen tödlichen Vorfall aus dem Jahr 2019 in Marbella. Die Staatsanwaltschaft Málaga wirft den drei Männern vor, gemeinsam einen Mann getötet und einen zweiten schwer verletzt zu haben. Die geforderten Strafen liegen bei 37 Jahren Haft für jeden der Angeklagten.
Laut Anklage soll einer der Beschuldigten den zweiten Mann mit einer ähnlichen Waffe dreimal getroffen haben – in die Schulter, das Bein und den Bauch. Die Verletzungen waren so schwer, dass der Geschädigte insgesamt 336 Tage in verschiedenen Krankenhäusern behandelt und rehabilitiert werden musste. Der dritte Mitangeklagte soll die Treffen zur Planung der Taten organisiert und sich unmittelbar nach der Tat erneut mit den anderen getroffen haben.
Schwere Vorwürfe der Anklagebehörde Die öffentliche Anklage sieht in dem Fall zwei Delikte des Mordes, davon eines versucht, sowie die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, die mit Waffen ausgestattet war. Zwei der Männer werden zudem des unerlaubten Waffenbesitzes beschuldigt, da sie keine entsprechende Lizenz besaßen.
Wie die Ermittlungen zu dem jüngsten Angriff auf den Angeklagten verlaufen, ist derzeit noch unklar. Der Vorfall wirft jedoch ein grelles Licht auf die gewalttätigen Dynamiken, die solche Verfahren manchmal begleiten können.