Marbella rüstet 32 Ampelkreuzungen um

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Marbella

Marbella rüstet 32 Ampelkreuzungen um

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Neue Ampelregeln sorgen für Umbaubedarf

In Marbella stehen umfangreiche Arbeiten an der Verkehrsinfrastruktur an. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, werden bis Ende November 32 der insgesamt 60 ampelgesteuerten Kreuzungen im Stadtgebiet an die im Oktober in Kraft getretene Novelle der Straßenverkehrsordnung angepasst. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 100.000 Euro.

Hintergrund ist eine Änderung der bundesweiten Regeln, die das Zusammenspiel von Fahrzeug- und Fußgängerampeln neu definiert. Bislang war es vielerorts üblich, dass Autofahrer bei gelbem Blinklicht langsam weiterfahren konnten, während parallel Fußgänger Grün hatten – sofern niemand die Straße überquerte. Diese Praxis ist nun nicht mehr Standard.

Technische Herausforderungen und neue Signalphasen

Die Umstellung erfordert von den Technikern eine sorgfältige Analyse jeder einzelnen Kreuzung. Bei 16 der betroffenen Intersektionen genügt eine Neuprogrammierung der Steuergeräte, bei den übrigen 16 müssen auch bauliche Veränderungen an den Anlagen vorgenommen werden. Insgesamt sind mehr als 300 einzelne Signaleinheiten von der Maßnahme betroffen. An 18 Kreuzungen werden zudem die Countdown-Anzeigen für Fußgänger angepasst, damit die angezeigten Sekunden mit den neuen Schaltzeiten übereinstimmen.

Betroffen sind unter anderem die Kreuzungen Serenata/San Bernabé, Julio Iglesias/Antonio El Bailarín, Salamanca/Burgos sowie José Echegaray/Lyon. Das Kernproblem: Die neue Regelung verlangt, dass ein gelbes Blinklicht für den Verkehr erst nach einer festen Rotphase erscheinen darf. Die Stadtverwaltung löst dies nun so, dass Fahrzeuge während der Fußgänger-Grünphase sicher stehen bleiben und erst danach bei Gelb und gleichzeitigem Fußgänger-Blinkgrün vorsichtig weiterrollen können.

Kritik an möglichen Behinderungen

Die Kommunalverwaltung zeigt Verständnis für das Ziel, Fußgänger besser zu schützen, äußert aber Bedenken: Die strengere Auslegung könnte zu längeren Wartezeiten führen, gerade an stark frequentierten Kreuzungen. Wenn Autos auch dann warten müssen, wenn weit und breit kein Fußgänger zu sehen ist, drohe der Verkehr ins Stocken zu geraten. Eine mögliche Folge: Ungeduldige Passanten könnten trotz Rotlicht die Straße überqueren, wenn sich die Wartezeiten verlängern.

Flexiblere Handhabung möglich

Eine aktuelle Klarstellung der Verkehrsbehörde DGT sorgt nun für etwas Entspannung: Das Verbot der gleichzeitigen Signale sei zwar die Regel, aber keine absolute – Ausnahmen seien unter bestimmten Bedingungen möglich. Die Stadt Marbella will diese Spielräume nutzen und jeden Standort individuell bewerten. Die Arbeiten umfassen unter anderem die Installation von 43 neuen Dreifeld-Signalen, 16 Steuermodulen und 129 LED-Anzeigen mit Countdown-Funktion. Zudem werden rund 3,7 Kilometer Kabel neu verlegt. Die Behörden appellieren an die Verkehrsteilnehmer, in der Übergangsphase besonders aufmerksam zu sein und die Vorfahrt von Fußgängern zu respektieren. Wie die Lokalzeitung Diario Sur berichtet, sollen die Arbeiten planmäßig bis Ende November abgeschlossen sein.


Quelle: diariosur.es

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