
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Marbella plant Zukunft als Longevity-Hauptstadt
Vom Luxusresort zum Gesundheitslabor
Mit dem Spatenstich an der A-7 bei Río Real beginnt die Transformation eines historischen Ortes. Auf dem 53.000 Quadratmeter großen Gelände des früheren Incosol-Hotels entsteht bis 2029 ein Komplex, der nach Aussage seines Initiativators Pelayo Cortina Koplowitz Maßstäbe setzen soll. Der Investor, der über seine Firma Ilanga Capital das Projekt steuert, spricht von einem „vertikal integrierten Ökosystem“ für Präzisionsmedizin, Gastgewerbe und Immobilien.
Das 1973 eröffnete Incosol galt einst als erstes medizinisches Resort der Welt. Gäste wie Fürst Rainier III., Grace Kelly oder Sean Connery machten das Haus zur Legende, bevor es 2012 schloss. Nun kehrt der Standort mit neuer Ausrichtung zurück: Ein Fünf-Sterne-Hotel mit 140 Zimmern, 28 Luxusresidenzen und einer hochmodernen Longevity-Klinik sollen künftig Gäste anziehen, die Gesundheit als Statussymbol betrachten.
Kapital und Konzept
Die Finanzierung des ambitionierten Vorhabens tragen zu großen Teilen Goldman Sachs Alternatives, die 145 der insgesamt 260 Millionen Euro beisteuern. Cortina Koplowitz selbst betont weniger die Investitionssumme als den Anspruch: Diagnostik, personalisierte Therapieprotokolle und KI-gestützte Datenanalyse sollen erstmals in einem Resort-Format gebündelt werden. Begleitend sind Spitzengastronomie und Sportanlagen geplant.
Bei der Vorstellung des Projekts vor wenigen Tagen zeigte sich Cortina Koplowitz überzeugt, dass Marbella dereinst weltweit als Maßstab für Prävention gelten werde – vergleichbar mit dem Silicon Valley für Technologie. Die Stadtverwaltung sieht in der Ansiedlung einen Vertrauensbeweis internationaler Investoren. Bürgermeisterin Ángeles Muñoz erwartet eine Stärkung des Tourismusstandorts durch die Verbindung von Luxus und Gesundheitsangeboten.
Baubeginn mit Symbolik
Pikantes Detail zum Auftakt: Cortina Koplowitz überreichte der Bürgermeisterin einen Eichensetzling, der in Madrid am Tag der Bauerlaubnis gepflanzt worden war. Der Name Oakmond, eine Wortschöpfung aus „oak“ und dem altgermanischen „mund“ für Schutz, verweist auf das Selbstverständnis des Projekts. Kritiker fragen, ob das Konzept über Luxusmedizin hinaus gesellschaftlichen Mehrwert bietet – doch für die Region zählen zunächst die versprochenen Arbeitsplätze und die Wiederbelebung einer traditionsreichen Immobilie.
Wie die Zeitung Diario Sur berichtet, bleiben Fragen zur konkreten Umsetzung offen: Weder zu Bauzeiten im Detail noch zu erwartenden Preisen für Klinikleistungen machte der Investor Angaben. Klar scheint nur: Die Geschichte des Incosol soll weitergeschrieben werden – allerdings in einer Dimension, die über klassischen Wellnesstourismus weit hinausgeht.
Quelle: diariosur.es