Mallorca im Ausnahmezustand: Dana Adam zwingt Insel in die Knie

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Palma de Mallorca

Mallorca im Ausnahmezustand: Dana Adam zwingt Insel in die Knie

von Redaktion3 Min. Lesezeit

Mallorca im Ausnahmezustand: Dana Adam zwingt Insel in die Knie

Während der Rest Europas den goldenen Oktober genießt, versinkt Mallorca im Ausnahmezustand. Das Unwettertief „Dana Adam“ hat die Insel fest im Griff – und die Behörden schlagen nun wirklich alle Alarmglocken. Wer jetzt noch von „nur etwas Regen“ spricht, verharmlost eine potenzielle Katastrophe.

Rot bedeutet: Lebensgefahr

Die Zahlen, die die Staatliche Wetteragentur (Aemet) präsentiert, sind alles andere als ein laues Lüftchen: Im Süden, im Landesinneren und im Llevant werden bis zu 90 Liter pro Quadratmeter in nur einer Stunde erwartet. Das ist keine Wolke, das ist eine Wasserwand. Hinzu kommen Wellen von bis zu drei Metern und Sturmböen, die mit bis zu 60 km/h über die Küsten fegen. Die Direktion für Notfälle hat daher für die Pitiusen und weite Teile Mallorcas die höchste Warnstufe, Rot, ausgelöst.

Es ist die logische Konsequenz aus den Lehren der Vergangenheit. Die verheerenden Überschwemmungen in Valencia, bei denen vor wenigen Jahren Dutzende Menschen starben, haben tiefe Wunden hinterlassen. Genau deshalb reagieren die Behörden jetzt so beherzt, wie es Kritiker lange gefordert haben. Die Aktivierung des ES-Alert-Systems, das alle Handys in der Gefahrenzone erreicht, ist dabei kein Spielzeug, sondern ein ernstes Warnsignal.

Das öffentliche Leben steht still

Die Maßnahmen, die nun ergriffen wurden, sind drastisch und richtig: Der Schulunterricht auf Mallorca, Ibiza und Formentera wurde komplett gestrichen. Auch die Universität der Balearen schließt ihre Tore. Währenddessen appelliert der Zivilschutz eindringlich an die Bevölkerung: Bleibt zu Hause, geht nicht nach draußen, haltet euch von Uferbereichen, Sturzbächen und überflutungsgefährdeten Kellern fern. Wer in einem Erdgeschoss wohnt, soll in höhere Stockwerke ausweichen.

Diese Anweisungen sind keine Vorschläge, sie sind Überlebensregeln. Denn wie die Erfahrung zeigt, sind es oft die „kurzen“ Spaziergänge oder der Müll, der doch noch schnell rausgebracht werden muss, die in solchen Situationen tödlich enden. Die Natur kennt keine Kompromisse – und wer ihr jetzt trotzt, spielt russisches Roulette.

Die Stunde der Vernunft

Während Menorca mit einer gelben Warnung davonkommt und der Unterricht dort zunächst normal läuft, zeigt sich im Rest des Archipels ein Bild der Geschlossenheit. Man mag über die spanische Bürokratie schimpfen, aber hier funktioniert der Katastrophenschutz. Die Warnkette von Aemet über die Notfallkoordination bis zur lokalen Polizei greift nahtlos ineinander.

Die Kritik, die in sozialen Medien aufkommt, die Maßnahmen seien übertrieben und schadeten dem Tourismus, ist absurd. Ein einziger Todesfall wäre ein zu hoher Preis für ein paar sonnige Herbsttage. Die Priorität liegt jetzt eindeutig auf dem Schutz von Leben und Eigentum. Die Urlauber, die sich aktuell auf der Insel befinden, sollten die Warnungen ernst nehmen und den Anweisungen der lokalen Behörden bedingungslos folgen.

Es ist nicht die Zeit für Heldentum, sondern für Besonnenheit. Die Regenfälle werden kommen, die Frage ist nur, wie gut wir ihnen trotzen. Die Antwort darauf liegt in der Disziplin eines jeden Einzelnen. Wer jetzt die Warnungen ignoriert, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch die Einsatzkräfte, die unter Lebensgefahr retten müssen.

Die nächsten Stunden werden zeigen, wie stark „Dana Adam“ wirklich ist. Eines ist jedoch sicher: Die Balearen sind vorbereitet – und das ist mehr, als man von vielen anderen Regionen in Europa behaupten kann. Wie die Zeitung Última Hora berichtet, rechnen die Experten damit, dass sich die Lage erst am Dienstag wieder beruhigen wird. Bis dahin gilt: Sicherheit geht vor.


Quelle: europapress.es

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