Mallorca führt bei Tourismussaison an

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Balearische Inseln

Mallorca führt bei Tourismussaison an

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die aktuelle Bilanz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Balearen zeichnet ein geteiltes Bild: Während Mallorca bei der Entschärfung der tourismusbedingten Saisonalität Fortschritte macht, bleiben Wohnungsmarkt und Bildung Schwachstellen. Die Analyse des Consell Econòmic i Social (CES) wurde am Freitag im Inselrat von Mallorca vorgestellt.

Weniger Schwankungen, mehr Beschäftigung

Wie aus dem Bericht hervorgeht, weist Mallorca mit einer Schwankungsbreite von 26,8 Prozent zwischen Juli und Dezember den niedrigsten Saisonalitätsindex der Inselgruppe auf. Zum Vergleich: Menorca kommt auf 48,5 Prozent, Ibiza auf 78,6 Prozent und Formentera erreicht sogar 153,8 Prozent. Damit fällt die saisonale Belastung für den Arbeitsmarkt auf der Hauptinsel spürbar geringer aus als anderswo im Archipel.

Diese relative Stabilität spiegelt sich auch in den Beschäftigungszahlen wider: Mit 461.004 Sozialversicherungsbeitragszahlern verzeichnete Mallorca im Jahr 2025 ein Plus von 2,6 Prozent – das stärkste Wachstum aller Inseln. Der Tourismussektor trug mit 13,6 Millionen Besuchern (plus 1,5 Prozent) dazu bei, wobei die Ausgaben je Gast um 2,8 Prozent auf 1.242 Euro stiegen. Insgesamt summierten sich die Tourismuseinnahmen auf fast 16,9 Milliarden Euro.

Weniger Überlastung im Sommer

Auch bei der Bevölkerungsbelastung zeigt sich die Insel im Vergleich entspannter: Im August 2025 lag die sogenannte menschliche Druckindikator bei knapp 1,46 Millionen Menschen – das sind 49,8 Prozent mehr als die offizielle Einwohnerzahl. Auf Formentera betrug dieser Anstieg 189,9 Prozent, auf Menorca 112,9 Prozent und auf Ibiza 81 Prozent. Die Hauptinsel bleibt damit bei der saisonalen Zusatzbelastung deutlich unter den Werten der kleineren Inseln.

Mallorca bleibt zudem das wirtschaftliche Kraftzentrum der Region: 78,1 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung der Balearen entfallen auf die Insel. Mit einem Wachstum von 3,2 Prozent lag sie vor den Pityusen (2,9 Prozent) und Menorca (2,2 Prozent).

Wohnen bleibt problematisch

Weniger erfreulich entwickelt sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt, die der Bericht für alle vier Inseln gemeinsam erfasst. Ein Quadratmeter Bauland kostete 2025 durchschnittlich 402,4 Euro – mehr als doppelt so viel wie im spanischen Durchschnitt. Die Balearen weisen zudem die höchsten Mietpreise des Landes auf. Ein Haushalt müsste der Analyse zufolge rund 61,4 Jahreseinkommen aufwenden, um eine Immobilie zu erwerben. Ein Viertel aller Kaufverträge wird von Gebietsfremden abgeschlossen.

Bildung und Umwelt als Baustellen

Im Bildungsbereich zeigt sich Mallorca von einer schwächeren Seite: Die Insel weist mit 72 Prozent die niedrigste Quote an Jugendlichen auf, die mit 15 Jahren die ihrem Alter entsprechende Schulstufe besuchen. Menorca kommt hier auf 81,4 Prozent, die Pityusen auf 74,1 Prozent. Regional liegt die Abbrecherquote mit 15,2 Prozent deutlich über dem spanischen Durchschnitt von 12,8 Prozent.

Auch bei der Mülltrennung besteht Nachholbedarf: Nur 27,6 Prozent der Abfälle werden auf Mallorca separat gesammelt – der niedrigste Wert im Inselvergleich. Pro Person fallen täglich 1,41 Kilogramm Abfall an. Positiv hebt der Bericht dagegen die Energiebilanz hervor: Die Insel produziert 88 Prozent des Stroms der Balearen und erzeugt mehr, als sie selbst verbraucht.


Quelle: europapress.es

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