Malaga startet Vergabe für Sozialwohnungen

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Málaga

Malaga startet Vergabe für Sozialwohnungen

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Ein Signal gegen den Wohnungsnotstand

Während in Spaniens Metropolen der Wohnungsmangel eskaliert und Mieten explodieren, wagt Malaga den Gegenentwurf. Die Stadt hat die Ausschreibung für ein ehrgeiziges Projekt auf einer öffentlichen Grundstücksfläche in der Avenida Imperio Argentina veröffentlicht. Wer hier baut, muss eines garantieren: bezahlbare Mieten für die nächsten 75 Jahre. Das ist mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein – es ist ein Statement.

Das Modell: Null Pacht, gedeckelte Miete

Das Konzept ist simpel und clever zugleich. Die Stadt vergibt das 11.050 Quadratmeter große Gelände im Erbbaurecht – und zwar zum Preis von null Euro. Im Gegenzug verpflichtet sich der Investor zu strengen Auflagen. Die Mieten sind an die Regeln für geförderten Wohnungsbau gebunden. Konkret bedeutet das: Die Kaltmiete darf 4,5 Prozent des maximalen Verkaufspreises für Sozialwohnungen nicht überschreiten. Aktuell liegt dieser Wert bei 10,35 Euro pro Quadratmeter und Monat. Wer weniger verlangt, bekommt bei der Vergabe Bonuspunkte.

Wohnungen für den echten Bedarf

Die Stadt hat genau hingeschaut, was gebraucht wird. Von den 200 bis 220 geplanten Einheiten sollen mindestens 55 Prozent Ein-Zimmer-Wohnungen mit rund 45 Quadratmetern sein. Bis zu 40 Prozent sind für Zwei-Zimmer-Wohnungen reserviert, nur ein verschwindend geringer Anteil von fünf Prozent ist für größere Familienwohnungen mit bis zu 90 Quadratmetern vorgesehen. Zudem müssen vier Prozent der Einheiten barrierefrei sein. Die Vergabe der Wohnungen übernimmt der Konzessionsnehmer – allerdings unter Aufsicht des Städtischen Wohnungsinstituts.

Soziale Durchmischung statt Renditewahn

Bemerkenswert ist die soziale Komponente des Projekts. Der Mietvertrag ist auf maximal sieben Jahre begrenzt – ein Rotationsprinzip, das viele Wohnungen für viele Menschen öffnen soll. Ausnahmen sind für Senioren vorgesehen. Wer den Zuschlag erhält, muss zudem ein soziales Begleitprogramm vorweisen: Bildung, Kultur, Sport – das wird mit bis zu 20 von 100 Bewertungspunkten belohnt. Weitere 25 Punkte gibt es für die architektonische Qualität. Erst dann zählt das Geld: Die wirtschaftlichen Angebote können maximal 15 Punkte einbringen, ein Viertel der Gesamtwertung.

Kritische Einordnung

Natürlich lässt sich einwenden: 220 Wohnungen sind angesichts des Bedarfs in einer Stadt mit über 570.000 Einwohnern nur ein symbolischer Beitrag. Und die Konstruktion erinnert an das alte Modell des sozialen Wohnungsbaus, das in Spanien jahrzehntelang verschlafen wurde. Die Mietpreisbremse von 10,35 Euro pro Quadratmeter ist zwar besser als der Marktpreis – wer aber 45 Quadratmeter mietet, zahlt immerhin rund 465 Euro im Monat kalt. Für viele Haushalte ist selbst das eine Belastung.

Dennoch: Die Richtung stimmt. Statt weiter Spekulation zu erlauben, nutzt die Stadt ihr Eigentum als Hebel für eine aktive Wohnpolitik. Die Ausschreibung, die am 16. Oktober im staatlichen Vergabeportal erschien und auf einem Beschluss vom Juni basiert, setzt Maßstäbe für andere Kommunen in Andalusien. Die Frist für Bieter beträgt 30 Tage – ein wichtiges Datum für alle, die Wohnungsbau ernst nehmen.

Die Ausschreibungsunterlagen wurden über die Plataforma de Contratación del Estado veröffentlicht, wie die Stadtverwaltung von Málaga in einer Stellungnahme gegenüber Europa Press mitteilte.


Quelle: europapress.es

Mehr aus Málaga & Andalusien