
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Malaga gibt Strand San Andrés wieder frei
Entwarnung an der Küste
Die Stadt Malaga hat die vorsorgliche Empfehlung, am Strand von San Andrés nicht zu baden, offiziell zurückgenommen. Ausschlaggebend ist eine neue Resolution der andalusischen Gesundheitsverwaltung, die nach Auswertung der jüngsten Proben bestätigt: Die Konzentration von Escherichia coli (E. coli) liegt wieder im Rahmen der strengen Vorgaben des Königlichen Dekrets 1341/07 zur Qualität von Badegewässern. Damit ist die gesamte Küstenlinie des Stadtgebiets wieder zum Baden freigegeben.
Erst am vergangenen Freitag hatte die Stadtverwaltung ähnliche Warnungen für andere Strände aufgehoben. Die jüngste Sperrung für San Andrés sowie die Strände Misericordia, Sacaba und Campo de Golf war erst am Mittwoch verhängt worden – als Reaktion auf einen Hinweis der Junta de Andalucía. Damals hatten Proben der städtischen Wassergesellschaft Emasa vom Dienstag zuvor erhöhte E. coli-Werte nachgewiesen.
Regen als Auslöser, System als Sündenbock
Die Ursache war ein bekanntes Phänomen: Heftige Regenfälle am Montag, 28. September, während einer aktiven Unwetterwarnung der Wetterbehörde Aemet führten zu sogenannten Entlastungsereignissen in der Kanalisation. An mehreren Stellen wurde – wie gesetzlich vorgeschrieben – ein Gemisch aus Regen- und Abwasser ins Meer abgeschlagen. Technisch spricht man von einem Überlauf des Mischsystems, was kein Versagen, sondern eine kalkulierte Schutzfunktion darstellt: Die Netze sollen bei Starkregen primär Überschwemmungen verhindern, selbst wenn dafür zeitweise ungeklärte Wässer ins Meer gelangen. Dies ist ausdrücklich in Artikel 48 des andalusischen Reglements für Einleitungen in den öffentlichen Wasserraum verankert.
Doch die Stadt will sich nicht mit bloßen Erklärungen begnügen. Sie verweist auf einen entscheidenden strukturellen Vorteil: 58 Prozent der versiegelten Fläche Malagas sind bereits mit einem Trennsystem ausgestattet, das Regenwasser getrennt von Abwasser ableitet. Dies sei ein Spitzenwert unter den großen Städten Spaniens, so die Stadtverwaltung. Möglich gemacht haben das eine entsprechende Vorgabe im Flächennutzungsplan von 1983 sowie kontinuierliche Investitionen in bereits bebaute Viertel.
Fortschritt mit Schattenseiten
Dennoch bleibt ein Restrisiko. In weiteren 17 Prozent des Stadtgebiets – etwa in Guadalmar, Puerto de la Torre oder Ciudad Jardín – gilt das Netz offiziell als Mischsystem, auch wenn dort der Großteil des Regenwassers bereits separiert fließt. Die restlichen 24 Prozent, vor allem in den historischen Vierteln Centro, Bailén-Miraflores, Cruz del Humilladero und Carretera de Cádiz, basieren weiterhin auf alten Einheitskanälen.
Um diese Lücken zu schließen, hat Emasa im Rahmen ihres Investitionsplans 2024–2029 bereits rund 20 Projekte zur Verbesserung der Entwässerung und zur Netztrennung abgeschlossen oder in Angriff genommen, mit einem Volumen von 19,8 Millionen Euro. Weitere 20 Vorhaben mit einem Budget von insgesamt 49,5 Millionen Euro sind in Planung. Der Gesamtplan umfasst mehr als 130 Infrastrukturmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von über 100 Millionen Euro – Ziel ist es, die Resilienz der Stadt gegen Klimafolgen und die Wasserqualität an den Stränden nachhaltig zu verbessern. Wie die Zeitung Málaga Hoy berichtet, bleibt die Frage nach der Prioritätensetzung allerdings umstritten: Kritiker fordern ein schnelleres Ende aller Mischwasser-Einleitungen, während die Stadt auf den langen Atem der Sanierung verweist.
Die akute Gefahr ist jedenfalls gebannt – doch der nächste Starkregen wird zeigen, ob die Versprechen der Stadt halten, was die jüngsten Investitionen versprechen.
Quelle: europapress.es