
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Madrids Ärzte legen Arbeit erneut nieder
Streik als letztes Mittel
Die Geduld der Mediziner in der spanischen Hauptstadt ist am Ende. Der Streikkomitee der Ärzte und Fachärzte der Comunidad de Madrid hat für die kommenden Monate vier Streikblöcke angekündigt, die jeweils 72 Stunden andauern sollen. Damit reagieren die Berufsverbände Amyts, AME, Stop Peonadas, MUD und SIME-Csit Unión Profesional auf eine Blockadehaltung der Regionalregierung, die seit Monaten keine Fortschritte in den Verhandlungen ermöglicht.
Der Unmut hat Methode: Eine interne Umfrage unter 1.299 Medizinern zeigt, dass 53,1 Prozent eine Fortsetzung der Arbeitsniederlegungen befürworten — ein klares Votum gegen die aktuelle Politik. Nur knapp 35 Prozent sprachen sich dagegen aus, der Rest war unentschlossen.
Vier Streikwellen bis Weihnachten
Der erste Ausstand beginnt am 28. Oktober um 8 Uhr und endet am 31. Oktober gleichermaßen. Im November folgen zwei weitere Wellen: vom 4. bis 7. November sowie vom 18. bis 21. November. Der vorläufige Höhepunkt ist eine vierte Streikwelle vom 9. bis 12. Dezember. Eine bewusste Eskalation, denn die Forderungen der Ärzteschaft sind seit Monaten bekannt.
Die Streikkomitees kritisieren eine eklatante Diskrepanz zwischen Ankündigung und Realität: Während andere Regionen wie Katalonien, Valencia, Navarra oder die Kanaren eigene Mobilitätswellen organisieren, setzen das Baskenland, Andalusien, Galicien und Asturien auf Verhandlungslösungen. Genau dieser Weg bleibt in Madrid versperrt. Wie die Gewerkschaften betonen, existiert in der Region ein stabiler Regierungspartner — die Ausrede eines schwierigen politischen Umfelds zieht hier nicht.
Vier Monate Funkstille
Der letzte Dialogtermin mit dem Gesundheitsministerium liegt im Juli. Damals versprach die zuständige Ministerin Fátima Matute einen konkreten Gesprächsplan — passiert ist seither nichts. Die Ärzte werfen der Verwaltung vor, das Gremium schlichtweg zu ignorieren. Diese Taktik haben die Mediziner bereits mehrfach erlebt: 2021 wurde die geplante Streikwelle im Gesundheitsdienst aus Respekt vor den anstehenden Regionalwahlen abgesagt. Diese Loyalität werde nun mit Nichtbeachtung beantwortet.
Die Liste der Forderungen ist lang und präzise: ein offenes, permanentes Berufslaufbahnmodell, eine retributive Anerkennung der ärztlichen Verantwortung, die volle Anrechnung der Arbeitszeit und besser bezahlte Bereitschaftsdienste. Zudem fordern die Mediziner einen Ausgleich für die seit 2010 gekürzte Sonderzahlung und die Einrichtung eines dauerhaften Verhandlungsforums. Das Versprechen einer solchen Tafel existiere zwar, umgesetzt sei es jedoch nicht.
Ein Signal an die Verantwortlichen
Die Streikkomitees betonen, dass die Türen für Gespräche offen bleiben. Es sei noch Zeit, die Konfrontation zu verhindern, so die Botschaft an die Gesundheitsbehörden. Die Verantwortung für die kommenden Arbeitsniederlegungen liege nun klar bei der Regionalregierung, die ihre Bereitschaft zur Problemlösung unter Beweis stellen müsse. Wie die Organisationen gegenüber Europa Press verlauten ließen, sei die Entscheidung zur Streikverlängerung eine direkte Konsequenz aus der bewiesenen Untätigkeit der Verwaltung.
Quelle: europapress.es