Madrids Ferienwohnungs-Boom: 8.300 illegale Inserate enttarnt

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Madrid

Madrids Ferienwohnungs-Boom: 8.300 illegale Inserate enttarnt

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die große Illusion vom Schnäppchen-Tarif

Wer in Spaniens Hauptstadt eine Bleibe für ein paar Tage sucht, dem wird oft ein scheinbar legaler Weg angeboten: der Saisonale Mietvertrag. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich ein millionenschweres Geschäft mit der Wohnungsnot. Das Ministerium für Verbraucherschutz hat nun die Notbremse gezogen und den Online-Plattformen eine drastische Frist gesetzt: Über 8.300 Anzeigen müssen sofort vom Netz. Diese inserierten angeblichen "Saisonvermietungen" erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen und sind schlichtweg illegal.

Ein Gesetz mit Biss: Die 31-Tage-Hürde

Seit dem 8. Oktober gilt eine klare Regel: Saisonale Mietverträge müssen mindestens 31 Tage dauern. Alles, was darunter liegt, ist per Definition touristische Nutzung und unterliegt strengeren Regeln. Das Ministerium unter der Leitung von Pablo Bustinduy hat nun ein Exempel statuiert. Wer diese Grenze unterläuft, begeht eine irreführende Geschäftspraxis und verstößt gegen das Verbraucherschutzgesetz. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die Zeit der faulen Tricks ist vorbei.

Madrid als Epizentrum des Missbrauchs

Die Zahlen zeigen ein klares geografisches Muster. Die überwältigende Mehrheit der beanstandeten Inserate – genau 6.772 von 8.318 – betrifft Wohnungen in der Region Madrid. Allein in der Hauptstadt wurden 6.523 illegale Anzeigen enttarnt. Das ist ein Schlag ins Kontor für alle, die die Notlage des Wohnungsmarktes skrupellos ausnutzen. Die Behörden haben nun die Plattformen in der Pflicht: Sollten diese die Anzeigen nicht umgehend löschen, drohen empfindliche Bußgelder und ein offizielles Verfahren.

Ein tropfender Wasserhahn im System

Diese Aktion ist kein Einzelfall, sondern Teil eines konsequenten Kampfes gegen die Kommerzialisierung des Wohnraums. Bereits im vergangenen Jahr verhängte das Ministerium eine Rekordstrafe von 64 Millionen Euro gegen den Marktführer Airbnb und erzwang die Löschung von mehr als 65.000 Anzeigen. Auch andere Portale mussten bereits Tausende von Einträgen entfernen. Die Botschaft an die Branche ist glasklar: Die Ära der Selbstbedienung ist vorbei, und wer jetzt noch auf Zeit spielt, wird die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

Wie die "20 Minutos" berichtet, basiert diese Offensive auf einem Dekret, das nach dem tragischen Fall der Zwangsräumung von Maricarmen verabschiedet wurde und nun in seiner zweiten Fassung voraussichtlich Bestand haben wird. Der politische Rückhalt für diese Regulierung ist gewachsen.


Quelle: 20minutos.es

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