
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Madrids A-5-Tunnel geht in die letzte Phase
Ein Paseo Verde entsteht über dem Asphalt
In Madrid nimmt das größte Stadtentwicklungsprojekt der letzten Jahrzehnte sichtbar Form an. Die Behörden haben mit der Gestaltung der Oberfläche über dem neuen Tunnel der Stadtautobahn A-5 begonnen. Borja Carabante, zuständiger Dezernent für Stadtplanung, Umwelt und Mobilität, sprach am Montag von einem Licht am Ende des Tunnels. Das Prestigeprojekt soll die seit 1968 bestehende Barriere zwischen den Stadtteilen Lucero, Aluche und Las Águilas im Distrikt Latina sowie Campamento und der Grünanlage Casa de Campo endgültig aufbrechen.
Neue Verkehrsführung ab Ende Oktober
Um die Bauarbeiten an der künftigen Tunnelöffnung voranzutreiben, wird die Verkehrsführung auf der A-5 ab dem 23. Oktober angepasst. Die bestehende Ausfädelung an der Calle de Illescas wird dann umverlegt, sodass die Fahrspuren künftig beidseitig der zukünftigen Tunnelröhre verlaufen. Diese temporäre Umstrukturierung schafft Platz für wichtige Arbeiten, etwa die Verlegung einer Wasserhauptleitung und den Bau der endgültigen Straßentrasse an der Oberfläche. Anwohner müssen sich laut Carabante auf mehr Bautätigkeit im Freien einstellen.
100.000 Quadratmeter neue Grünfläche für die Hauptstadt
Der künftige Paseo Verde del Suroeste erstreckt sich über 3,2 Kilometer und soll eine naturnahe Achse bilden, die Madrid Río, den Park Casa de Campo und die Cuña Verde de Latina miteinander verbindet. Insgesamt werden fast 100.000 Quadratmeter Fläche, die bisher von sechs Fahrspuren und einer Stadtautobahn belegt waren, in Parks, Gärten und Erholungszonen umgewandelt. Die Arbeiten an der Oberfläche starten in verschiedenen Abschnitten. Zunächst kümmern sich die Baufirmen um die endgültige Anlage der Fahrspuren für den lokalen Verkehr, den Radweg sowie eine Grünfläche nahe der künftigen Fußgänger- und Radfahrerbrücke.
Verbindung mit der M-30 rückt näher
In den kommenden Tagen will das Rathaus die geplanten Verkehrsbehinderungen für die Verbindung des neuen Tunnels mit dem Autobahnring M-30 bekannt geben. Dafür müssen die alten Ausfahrtsrampen abgerissen und die neue Röhre an den bestehenden Tunnel der Calle 30 angeschlossen werden. Zeitgleich laufen die Arbeiten im Innern des Bauwerks: Die Tunnelwände sind bereits verkleidet, um die Lichtverhältnisse zu verbessern und den Unterhalt zu erleichtern, viele Beleuchtungselemente und Ventilatoren sind installiert. Der Innenausbau steht kurz vor dem Abschluss.
Deutlich weniger Verkehr und Schadstoffe
Der neue Tunnel mit drei Spuren pro Richtung soll den Verkehr der A-5 aufnehmen und von der Oberfläche verbannen. Das Rathaus rechnet damit, täglich mehr als 80.000 Fahrzeuge unter die Erde zu verlegen. Der sichtbare Autoverkehr wird damit um etwa 90 Prozent sinken. Die Behörden versprechen sich davon auch eine massive Reduzierung der Luftschadstoffe entlang der Trasse. Das Projekt hatte mit der Fertigstellung aller 8.000 Gründungspfähle im August einen wichtigen Meilenstein erreicht. Ebenso wurden Entwässerungsleitungen verlegt und 71 lange Träger montiert. Die Eröffnung des Tunnels wird nun für Ende dieses Jahres oder Anfang 2025 erwartet. Wie die Zeitung El País berichtet, hofft Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida, das Bauwerk noch vor Weihnachten für den Verkehr freigeben zu können.
Quelle: europapress.es