Madrid stärkt Anti-Drogen-Kampf in Andalusien

Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.

Andalusien

Madrid stärkt Anti-Drogen-Kampf in Andalusien

von Redaktion2 Min. Lesezeit

Die spanische Regierung weitet ihren Kampf gegen den Drogenschmuggel an der Südküste deutlich aus. Mit einem jährlichen Budget von mehr als 19 Millionen Euro soll die polizeiliche Aufklärungsarbeit gestärkt werden, um die logistischen Netzwerke der Kriminellen effektiver zu zerschlagen. Das geht aus einer aktuellen Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der konservativen Volkspartei (PP) hervor, aus der die Nachrichtenagentur Europa Press zitiert.

Milliardeninvestition in moderne Fahndung

Die finanzielle Ausstattung fließt dabei nicht in zusätzliche Streifenwagen, sondern gezielt in "intelligente" Ermittlungsmethoden. Moderne Technologie und verbesserte Analysewerkzeuge sollen den Sicherheitskräften helfen, die Arbeitsweise der Banden besser zu verstehen und ihre Geldströme zu unterbrechen. Für das Jahr 2026 sind diese Mittel fest eingeplant, eine Aufstockung im darauffolgenden Jahr wird bereits vorbereitet.

Das 2018 vom damaligen Innenminister Grande-Marlaska initiierte Sonderprogramm für das Campo de Gibraltar, das inzwischen auf die gesamte andalusische Küste und das Guadalquivir-Gebiet bei Sevilla ausgeweitet wurde, zeigt nach Angaben des Ministeriums erste Wirkung. Die Behörden sprechen von einer "erheblichen Schwächung" der kriminellen Infrastruktur. Man habe öffentliche Räume zurückerobern können, die zuvor von den Organisationen kontrolliert wurden, und die Effektivität der Einsätze sei spürbar gestiegen.

Personelle Verstärkung als zweite Säule

Neben der technologischen Offensive stellt das Ministerium zusätzlich rund 18,8 Millionen Euro für strukturelle Maßnahmen bereit. Damit sollen die Personalkapazitäten von Polizei und Guardia Civil entlang der Küste gestärkt werden. Diese Mittel sind bis Ende 2027 gesichert und können bei Bedarf weiter angepasst werden.

Die PP hatte in ihrer Anfrage nicht nur nach den Budgetzahlen gefragt, sondern auch angeregt, das Gebiet offiziell zur "Zone von besonderer Bedeutung" zu erklären. Dies würde eine noch intensivere Koordination der Einsatzkräfte ermöglichen. Das Innenministerium verweist in seiner Antwort jedoch auf eine bestehende Arbeitsgruppe, die permanent die Lage bewertet und objektive Kriterien wie Kriminalitätsraten und die Belastung der Beamten prüft.

Trotz der Erfolgsmeldungen bleibt der Druck auf die Ermittler hoch. Die Taktiken der Schmuggler werden raffinierter, und die Behörden müssen ihre Strategien kontinuierlich anpassen, um den Vorsprung der Kriminellen nicht wieder zu verlieren. Die erneute Verlängerung des Sonderplans bis Ende 2027 unterstreicht, dass Madrid den Kampf gegen den Drogenhandel als langfristige Aufgabe betrachtet. Wie die Zeitung "El País" berichtet, rechnen Experten zudem mit einem Anstieg des Kokaintransports über die südspanischen Häfen, was die Notwendigkeit der hohen Investitionen untermauert.


Quelle: europapress.es

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