
Symbolfoto: Dient der Illustration und ist nicht zwingend orts- oder personengebunden.
Madrid plant aufwendige Weihnachtsbeleuchtung
Ein Lichtermeer für die Hauptstadt
Die spanische Hauptstadt rüstet sich für die kommende Weihnachtssaison. Pünktlich Ende November soll die Beleuchtung in Madrid wieder erstrahlen – und dieses Jahr mit einigen Neuheiten aufwarten. Geplant ist unter anderem ein Weihnachtsbaum auf dem bekannten Platz an der Cibeles, direkt vor dem beleuchteten Rathausgebäude. Auch der Verkehrsknotenpunkt Atocha erhält eine besondere Dekoration, die eine Hommage an das Jakobsjahr (Xacobeo) darstellt.
Die Stadträtin und Sprecherin der Stadtverwaltung, Inma Sanz, gab nach der wöchentlichen Sitzung des Stadtrats bekannt, dass die installierten Lichterketten eine beachtliche Gesamtlänge erreichen werden. Rund 164 Kilometer sollen es sein – eine Distanz, die in etwa einer Hin- und Rückfahrt von Madrid in die kastilische Stadt Segovia entspricht.
Modernste Technik und hohe Kosten
Für Installation, Wartung und späteren Abbau der Dekoration hat der Stadtrat einen Auftrag im Wert von 5,9 Millionen Euro vergeben. Insgesamt veranschlagt die Stadt die Ausgaben für die diesjährige Beleuchtungskampagne auf etwa 7,3 Millionen Euro. Das Licht soll dabei in mehr als 250 Straßen und Plätzen aller 21 Stadtbezirke leuchten.
Wie die Stadtverwaltung weiter mitteilte, setzt man auch in diesem Jahr auf umweltfreundliche Technik. Mehr als 14 Millionen LED-Lampen sollen zum Einsatz kommen, um den Energieverbrauch zu senken und die Lichtverschmutzung in den neuen Designs zu minimieren. Ein Novum der vergangenen Jahre bleibt bestehen: Das beauftragte Unternehmen muss die Kosten für den Stromverbrauch selbst tragen.
Bereits zum dritten Mal in Folge werden zudem Zeichnungen von Kindern aus dem ersten und zweiten Grundschuljahr in leuchtende Kunstwerke verwandelt. Die Siegerentwürfe des städtischen Schulwettbewerbs werden derzeit für die Produktion der Weihnachtslichter vorbereitet. Ergänzt wird das Programm durch Entwürfe von renommierten Designern und Modefachleuten, die über eine Kooperation mit dem spanischen Modeverband (ACME) eingebunden sind.
Viel Licht für die Wirtschaft
Neben den 14 großen, leuchtenden Tannenbäumen sollen 131 dekorative Kirschbäume das Stadtbild schmücken. Die 7.458 einzelnen Girlanden, die dafür aufgehängt werden, ergeben die bereits erwähnte beeindruckende Gesamtlänge. Die Stadt erhofft sich davon auch einen erheblichen wirtschaftlichen Schub. Wie ein Bericht der städtischen Wirtschaftsdirektion prognostiziert, könnte die Kampagne von Ende November bis zum Dreikönigstag am 6. Januar einen Umsatz von geschätzten 4.109,4 Millionen Euro in der Stadt generieren. Das entspräche einem durchschnittlichen Tagesumsatz von rund 89,3 Millionen Euro.
Streit um das Zentrum der Feierlichkeiten
Eine offene Frage bleibt die Situation auf der Puerta del Sol. Der Platz gilt als das Herzstück der Madrider Weihnachtsfeierlichkeiten, doch derzeit ist er von einem Protestcamp zur Wohnungsnot besetzt. Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida machte deutlich, dass man den traditionellen Weihnachtsbaum aufstellen möchte. Sollte das Camp nicht geräumt werden, befürchtet die Stadtverwaltung ernsthafte Probleme bei der Sicherheit und möglichen Evakuierungen. Die Regierungskommission in Madrid fordert die Zentralregierung erneut zum Handeln auf und wirft ihr vor, ihrer Aufsichtspflicht nicht nachzukommen.
Trotz der angespannten Lage zeigt sich der Bürgermeister entschlossen, an dem erfolgreichen Konzept des Vorjahres festzuhalten. Die zentrale Lichtzeremonie, die damals mehr als 150.000 Menschen anzog und als großer Erfolg gewertet wurde, soll in ähnlicher Form wiederholt werden. Man prüfe derzeit, wie das Event angesichts der besonderen Umstände sicher gestaltet werden kann. Auch die Rolle des Regierungsvertreters Francisco Martín sieht Almeida in der Pflicht: Dieser müsse nun Stellung beziehen, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.
Quelle: europapress.es